Meditation statt Therapie: Einsatzgebiete, Risiken und Chancen

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Die Effekte von Meditation sind vielfältig und wissenschaftlich mittlerweile gut erforscht.
Die Effekte von Meditation sind vielfältig und wissenschaftlich mittlerweile gut erforscht.

Meditation ist, wie jeder ignorante Mensch zu wissen glaubt, nur etwas für esoterische Spinner, Gurus oder doch zumindest übriggebliebene Hippies. Diese Klischees sind leider noch immer im Gedankengut der Allgemeinheit verankert. Doch sind diese Vorurteile, wie es Vorurteile allgemein so an sich haben, nicht viel wert.

Eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen haben den positiven Effekt auf unsere Gesundheit nachgewiesen – und das ganz ohne Nebenwirkungen – es sei denn, du zählst verbesserte Leistungsfähigkeit, schwindende Müdigkeit, erhöhte Konzentration und ein höheres allgemeines Wohlbefinden zu den unerwünschten Nebenwirkungen. Zwar solltest du nun nicht einfach deine Medikamente wegschmeißen oder die Schulmedizin in Gänze verteufeln – aber mit ein wenig Übung lässt sich eine Reduzierung von Schmerz- oder auch Blutdruckmedikamenten in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erreichen. Neugierig?

 

1. Depression, Angstzustände, Burn-out, Stress

Der unausgewogene Umgang mit Gefühlen und das nicht nur in Ausnahmezuständen führt zu psychischen Erkrankungen. Viele Menschen leugnen ihre Ängste und ignorieren alle Alarmsignale des Körpers. Burn- outs, Depressionen und ähnliches sind die Folge, unter der immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft leiden. Regelmäßige Meditationen reduzieren diese Gefahr.

Literatur:
Desbordes G. Et. Al. (2012) Effects of mindful-attention and compassion meditation training on amygdala response to emotional stimuli in an ordinary, non-meditative state. Frontiers in Human Neuroscience 

 

2. Bluthochdruck, Herzrasen und Schlaganfälle

Durch die Entschleunigung des Lebens, Stressreduktion und einer bewussteren Lebensweise konnte in diversen Studien sogar das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich gesenkt werden. Auch Bluthochdruck wird effektiv verringert.

Literatur:
Schneider R. A. Et al. ( 2012) Stress Reduction in the Secondary Prevention of Cardiovascular Disease., American Heart Association  

 

3. Arteriosklerose und Demenz

Neurodegenerative Erkrankungen wie Arteriosklerose und sogar Demenz können durch regelmäßige Meditationen verringert bzw. vorgebeugt werden. Die geistigen Übungen stärken nachweislich die Großhirnrinde (Kortex), welche im Alter normalerweise dünner wird und zu den typischen neurodegenerativen Erkrankungen führt.

Literatur:
Lazar S.W. et al. ( 2005) Meditation experience is associated with increased cortical thickness., Neuroreport

 

4. Müdigkeit

Wer an chronischer Müdigkeit, z.B. aufgrund einer Schlafapnoe leidet, kann durch Meditation wieder mehr Konzentration erhalten. Die gezielten Übungen geben dem Gehirn in ähnlicher Form Zeit, sich zu regenerieren, wie es der Schlaf tut, wodurch Müdigkeit verschwindet. Häufiges Gähnen ist zudem ein Zeichen von Sauerstoffmangel. Mit den meditativen Atemübungen wird diesem gezielt entgegengewirkt.

Literatur:
Kaul P., et al. (2010) Meditation acutely improves psychomotor vigilance, and may decrease sleep need., Behavioral and Brain Functions 

 

5. Schmerzempfinden

Bei chronischen Schmerzen ist eine Langzeittherapie mit Schmerzmitteln Gift für den Körper. Doch was tun, wenn die Schmerzen nicht auszuhalten sind. Dabei trifft das ununterbrochene Schmerzschicksal nicht nur jene mit der selten auftretenden Fibromyalgie. Permanente Rücken- oder Genickschmerzen, Migräne, Verschleißerscheiungen, Tumor- oder Krebsschmerzen und und und, – durch eine Meditation wird zwar die Ursache der Schmerzen, sofern sie nicht psychischer Natur ist, nicht behandelt, jedoch das individuelle Schmerzempfinden reduziert. Der Erfolg ist bis zu 40% weniger Schmerzen und Schmerzmittel.

Literatur:
Jeitler M. Et al. (2015) Effectiveness of Jyoti Meditation for Patients With Chronic Neck Pain and Psychological Distress – A Randomized Controlled Clinical Trial., The Journal of Pain

Brown University. (2013) “Neural basis for benefits of meditation.” Science Daily

Die Liste der Erkrankungen, die mit Hilfe von Meditationen gelindert werden können, ist lang und hier bei weitem nicht vollständig. Auch kommen ständig neue wissenschaftliche Untersuchungen, die die Wirkungen untermauern, hinzu.

 

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