Seit einigen Jahren wird die Wirkung der Meditation z.B. mittels Magnetresonanztomographie.
Seit einigen Jahren wird die Wirkung der Meditation z.B. mittels Magnetresonanztomographie erforscht.

Lange Zeit als esoterische Spielart oder überkommene Praxis von asiatischen Mönchen in die Exotenecke gestellt, kommt der Mediation als Methode, das körperliche und psychische Wohlbefinden zu stärken und gar Krankheiten zu heilen, auch von Seiten der universitären Forschung immer mehr Aufmerksamkeit zu. Die Zahl der Studien zum Thema Mediation nimmt von Jahr zu Jahr exponentiell zu und bringt bei immer größeren Probandenkohorten immer beeindruckendere, aussagekräftige Ergebnisse über die Wirkungsweise der Meditation.

Besonders die Achtsamkeitsmeditation und die transzendentale Meditation erzielen positive Ergebnisse in der wissenschaftlichen Forschung. Wir möchten dir hier einen Überblick über die interessantesten Studien und Forschungsergebnisse rund um das Thema Meditation ermöglichen.

 

Studien nach der Art der Meditation

 

Achtsamkeitsmeditation

  • Eine Studie der Tilburg Universität in den Niederlanden mit 55 Probanden, die in verschiedenen Meditationszentren der Niederlande meditierten und wovon 35 Personen Achtsamkeitsmeditation und 20 Personen Transzendentale Meditation praktizierten, zeigte, dass es weniger die Art der Meditation ist, sondern dass es vielmehr auf die Regelmäßigkeit der Meditation ankommt, um Ergebnisse, wie Stressreduktion im Alltag, zu erreichen. TM und Achtsamkeitsmeditation zeigten hier keine Unterschiede hinsichtlich der Wirkung.
  • In einer vergleichenden Studie zum Thema Achtsamkeitsbasiertes Stressreduktionstraining wurde deutlich, dass diese Art der Meditation zahlreiche Auswirkungen hinsichtlich klinischer und nichtklinischer Problematiken aufweist. Die Studienteilnehmer hatten mit körperlichen, psychosomatischen und psychiatrischen Störungen zu kämpfen. Die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion verminderte bei den Teilnehmern negative Affektreaktionen, steigerte die Lebensfreude und ermöglichte es ihnen, besser mit ihren Erkrankungen und den darauf basierenden Herausforderungen umzugehen.
  • Eine Studie, die über die Befragung der Studienteilnehmer und die Messung von Blutdruck und anderer Vitalwerte wesentlich herausgeht, ist die Studie der Harvard University, geleitet vom Psychiater John Denninger. sie zeigt erstmalig durch Neuroimaging-Methoden wie MRT auf, dass Meditation nicht nur signifikante Auswirkungen auf das Gehirn hat, sondern auf den ganzen Körper. Die Studie konzentrierte sich auf besonders stressbelastete Menschen, deren Stresslevel im Rahmen der Studie durch regelmäßige Meditation erheblich gesenkt werden konnte.
  • Forscher der Texas Tech University fanden heraus, dass Achtsamkeitsmeditation zu einer besseren Isolierung der Nervenzellfortsätze führt, was eine schnellere Durchleitung von Signalen zur Folge hat. zudem verdichteten sich die Nervenfasern. Dies erzeugt eine bessere Selbst – und Emotionskontrolle und könnte als Therapieansatz für psychische Erkrankungen wie Borderline, ADHS oder Schizophrenie fungieren.
  • Eine Studie des General Massachusetts Hospital von 2011 zeigte, dass bereits 8 Wochen täglicher Achtsamkeitsmeditation für ein besseres Erinnerungsvermögen, eine bessere Selbstwahrnehmung, geringere Stressanfälligkeit und eine höhere Empathie gegenüber Mitmenschen sorgt.

In diesem Video spricht Jon Kabat-Zinn, der Begründer des Achtsamkeitsbasierten Stressreduktionstrainings, über die Wirkung von Meditation:

Transzendentale Meditation

  • Eine Studie der American University unter 250 Studenten zeigte, dass Transzendentale Meditation eine positive Auswirkung auf die Gesundheit, auf die Konzentrationsfähigkeit und auf die kognitive Entwicklung hat.
  • Eien Studie des Medical College of Georgia unter 104 afroamerikanischen Studienteilnehmern zeigte, dass Transzendentale Meditation eine signifikante Auswirkung bei koronarer Herzerkrankung und hohem Blutdruck haben kann.
  • Die University of Michigan wies in einer Studie mit 60 Sechstklässlern nach, dass Transzendentale Meditation sich bei Schülern stressreduzierend und glücksfördernd auswirkt. Zudem steigerte sie in dieser Studie das Selbstbewusstsein und emotionaler Kompetenz.
  • Die University of California at Irvine wies in einer Studie nach, dass der Effekt von Transzendentaler Meditation schon nach wenigen Monaten täglicher Praxis dem der “alten Hasen” der Transzendentalen Meditation entspricht.Personen, die seit 30 Jahren TM praktiierten, wiesen eine um 40 bis 50 Prozent verringerte Anfälligkeit für Stress und Schmerzen auf. Personen, die vorher nicht meditiert hatten, kamen nach fünf Monaten ebenfalls auf eine um diesen Prozentsatz verringerte Anfälligkeit für Stress und Schmerzen.

 

Studien nach Wirkung

 

Ängste und Depressionen

Eine Metastudie des Universitätskrankenhauses Aarhus in Dänemark zeigte auf, dass das Achtsamkeitsbasierte Stressreduktionstraining bei von Angst und Stress betroffenen Patienten zu einer Reduktion von Stress- und Angstreaktionen führt.

Eine Metastudie des John Hopkins Medicine zeigte, dass besonders Achtsamkeitsmeditation, wenn sie 30 Minuten pro Tag praktiziert wird, zu einer Reduktion von Ängsten und Depressionen führen kann.

Forscher der FU Berlin und der Charite fanden heraus, dass Achtsamkeitsmeditation zu einem geringeren Risiko bei des Wiederauftretens von Depressionen führen kann.

 

Entspannungseffekte und Stressreduktion

Eine Studie des zur Harvard University gehörenden Body-Mind-Instituts zeigt, dass Meditierende schneller und besser entspannen können. Dies betrifft Effekte wie sinkender Blutdruck und Puls und Atemfrequenz.

Eine Studie aus dem Jahr 2009 zeigt auf, dass Mediation bei Berufstätigen zu einer Reduktion des durch die Arbeit verursachten Stress und zu einem besseren Wohlbefinden führt.

 

Arteriosklerose und Schlaganfall

Eine Studie von 2000 unter afroamerikanischen Studenten zeigt, dass sich die Risiken von Arteriosklerose und Schlaganfall durch Stressreduktion bei regelmäßiger Ausübung von Transzendentaler Meditation senken lässt.

 

Schlafbedürfnis

Eine Studie von 2010 zeigt auf, dass das Schlafbedürfnis von meditierenden Personen von denen nicht meditierender Personen liegt, ohne dass das die psychische und physische Wachheit in irgendeiner Weise eingeschränkt sind.

 

Schmerzregulation

Eine relativ neue Studie (2013) der Brown University in den USA zeigte, dass Achtsamkeitstraining auch positive Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Regulation und Kontrolle von körperlichen Schmerzen hat. Dieser Regulationskraft liegt die erhöhte Aktivität der Alphawellen zugrunde, die auch mit erhöhter Konzentrationsfähigkeit und einem geringeren Risiko, an einer Depression zu erkranken, in Verbindung gebracht werden.

 

Diese Liste an interessanten Meditationsstudien wird regelmäßig ergänzt und erweitert. Du kennst eine interessante Studie über die Wirkung von Meditation? Dann freuen wir uns über einen Hinweis per Email.

 

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2 Kommentare zu "Studien: Meditation in der Wissenschaft"

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Karina
Gast

Selten liest man eine so gut recherchierte Seite. Sehr schön übersichtlich kann man hier über das Was, Wie und Warum lesen, mit vielen Hintergrundinfos. Danke.

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