Ist es zielführender in der Meditation kein Ziel zu haben?

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Mit Zielen dauert es oft länger, diese in der Meditation zu erreichen.

 

Meditation verfolgt kein Ziel. Die meisten Tätigkeiten, welche wir mit Hingabe verrichten, sind meditativ. Jedoch geht jeder Tat, die wir ausführen, und jedes Ziel, welches wir erreichen wollen, ein Gedanke und bestenfalls ein inniger Wunsch voraus. Selbstbewusste Menschen kennen ihre Wünsche und Ziele. Doch die richtige Zielsetzung muss gelernt sein. Wann sind Ziele wertvoll? Woran erkennen wir, ob ein Ziel auch wertvoll genug ist, um es zu verfolgen?

Bei der täglichen Meditation geht es weniger darum, nach dem „Warum“ oder „Wohin“ zu fragen.Vielmehr verspürst du eine unendliche Dankbarkeit darüber, einfach du selbst zu sein. Es springt nichts dabei heraus, auch die Illusionen darüber fallen weg. Wer das verinnerlicht, weiß die meditative Arbeit, welche schön, aber auch schwierig sein kann, sehr zu schätzen.
In erster Linie dient die Meditationspraxis der Beruhigung und Sammlung des Geistes, um Klarheit und intuitive Einsicht zu erreichen.

Bringt es mir was? Oder bringt es mir doch nichts?

Das sind Fragen, die Zweifel erheben und nicht zuletzt eine bestimmte Zielsetzung verfolgen. Möglicherweise möchtest du deine Ungeduld besiegen, dich bewusst für einen Moment entscheiden können und negative Gedanken weiter ziehen lassen. Die eigenen Ressourcen stärken, zählt ebenfalls zu den heilsamen Qualitäten. Wertvolle Ziele sollten zwei Bedingungen erfüllen: Sie sollen der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit dienen und gleichzeitig eine Leistung als auch einen Nutzen für die Gemeinschaft bieten.

Das Ziel mehr Geduld aufzubringen, um Chef-Allüren zu widerstehen, ist kaum erstrebenswert. Das ist der falsche Ansatz.
Wenn du hingegen eine Einheit anstrebst und wertvolle Ziele mit deiner Meditation verbindest, entwickelst du zugleich ein entsprechendes Selbstwertgefühl. Du ernstest mehr Widerstand bei Misserfolg, hast mehr Chancen in der Liebe und glaubst an deine Fähigkeiten. Alles kommt nahezu von ganz allein.

Meditation und Yoga wirken ganzheitlich und sind wertvolle Wegbereiter. Dabei bilden wir eine Einheit aus Körper, Gefühlen und Gedanken. Alles hängt miteinander zusammen und arbeitet in gegenseitiger Abhängigkeit. Das Ergebnis ist eine tolle Ausstrahlung.

Sei dort, wo das Leben stattfindet – genau hier, jetzt

Intentionen, welche während der meditativen Arbeit bestimmte Schwerpunkte setzen, sind wenig zielführend. Dazu zählt das Streben nach materiellen Werten, der Karrieresprung, die perfekte Figur oder eine überzogene Erwartungshaltung. Menschen mit positiven Erwartungen haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Personen mit schwärmerischen Fantasien und Vorstellungen. Voraussetzung für eine positive Lebenseinstellung ist das Selbstbild.

Deine Haltung gibt das Ziel vor. Du möchtest nichts erfolgsversprechendes erleben, vielmehr möchtest du dich auf das Hier und Jetzt einlassen – das Leben wahrnehmen wie es ist.

  • Stelle dir folgende Fragen und erfahre, was zielgerichtet leben heißt:
  • Was versuchst du zu erreichen?
  • Welchen Versuch unternimmst du, es zu erreichen?
  • Warum hältst du diese Mittel für angemessen?
  • Sagt das Feedback aus deinem Umfeld, dass du Erfolg hast oder dass du scheiterst?
  • Gibt es neue Informationen, die du berücksichtigen musst?
  • Solltest du deinen Kurs oder deine Strategie korrigieren oder an deinen Praktiken etwas ändern?
  • Solltest du deine Ziele und Absichten neu überdenken?

 

Zielgerichtet leben heißt also, sehr bewusst leben.

Gleichmut kontra Erwartungshaltung – wertvolle Ziele für den Alltag

Zeige dich großzügig im Alltag – Schenken bringt Freude: Viel zu oft sind wir darauf fixiert von anderen etwas zu bekommen. Setze dir doch das Ziel, anderen eine Freude zu bereiten, indem du ihnen etwas schenkst. Gerade wenn du dich selbst bedürftig fühlst, richte deine Aufmerksamkeit darauf, was du anderen geben kannst. Manchmal reicht ein freundlicher Gruß für den übellaunigen Nachbarn. Wen wolltest du schon länger einmal zum Essen einladen oder sagen, was dir wichtig ist?

Beginne jeden Tag der nächsten Wochen mit der Frage, für wen du etwas tun kannst.

Weniger ist mehr: Sage Nein zum eigenen Verlangen!

Im Prinzip strebst du das das einfache Leben an. Dennoch fällt es schwer, dem eigenen Verlangen zu widerstehen.
Keine Angst, diese Übung besteht nicht primär im Verzicht. Wichtig ist vielmehr, dass du in nächster Zeit immer wieder überprüfst, was du benötigst und was nicht. Unsere Gesellschaft gaukelt uns viel zu oft vor, dass unser Glück von Konsumgütern abhängt. Je größer das Gefühl des Mangels, desto mehr konsumieren wir. Statt einzukaufen, gönne dir eine Yogastunde oder nimm dir Zeit für einen Spaziergang. Auch das zählt zur meditativen Praxis einer wertvollen Zielsetzung.

Und zu guter Letzt:

  • Schätze die kleinen Dinge.
  • Lache mehr.
  • Urteile nicht zu hart.
  • Feier deinen Körper, ganz bewusst.Mit den unterschiedlichen Übungen stellst du mehr und mehr fest, welche Ziele in der Meditation eine positive Haltung hervorrufen.
    Wenn du den Frieden in dir suchst, und nicht in den Dingen, dann erfahren auch Ziele die zeitlose Einheit des Seins.