Buddhismus ist eine ganz normale Religion – oder?

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Buddhismus ist wie hier in Myanmar in vielen Ländern die dominierende Religion.
Buddhismus ist wie hier in Myanmar in vielen Ländern die dominierende Religion.

Manche halten die buddhistische Lehre für eine ganz normale Religion. Andere widersprechen und verweisen sie eher in die Nähe der Philosophie, da der Buddhismus auch auf Logik und Erkenntnis setzt. Wieder andere bringen den Buddhismus mit Psychologie in Verbindung, denn ein Buddhist sucht die Wahrheit und das Glück in sich.

 

Ursprung

Der Buddhismus geht zurück auf Buddha Siddharta Gautama, der vor mehr als 2500 Jahren in eine königliche Familie geboren wurde. Als er den Palast verließ, lernte er das Leid in der Welt kennen. Durch Meditation gelangte er zur Erleuchtung und entdeckte die Antwort auf die Frage, wie das Leid überwunden werden kann.

 

Religion ohne Gott

Dem Buddhismus gehören zwischen 350 und 450 Millionen Menschen an. Genaue Zahlen gibt es nicht, da Buddhisten nicht amtlich registriert sind. Der Buddhismus wird gemeinhin als Weltreligion bezeichnet. Allerdings kennt der Buddhismus keinen Schöpfergott. Er wird deshalb auch als “Religion ohne Gott” bezeichnet. In den verschiedenen buddhistischen Strömungen gibt es unterschiedliche Aussagen darüber, ob Buddha eine Gottheit ist oder nicht. Manche japanische Zen-Buddhisten weisen den Gedanken, zu einer Religion zu gehören, weit von sich.

 

Erfahrungsreligion

Im Buddhismus geht es nicht darum, etwas Bestimmtes zu glauben. Darin unterscheidet er sich wesentlich von den Offenbarungsreligionen Christentum, Judentum und Islam. Der Buddhismus ist eine Erfahrungsreligion. Richtiger wäre es vielleicht, den Buddhismus als spirituelle Tradition zu bezeichnen.

Nach Buddhas Lehre wird der Mensch durch Selbsterkenntnis erlöst. Jeder Mensch trägt die Fähigkeit zur Erleuchtung bereits in sich. Er muss nur seine Potenziale voll entfalten. Das bedeutet: Er muss sich von seinem Ego, von seinen Begierden, von seinem Hass und den eigenen Wünschen lösen, um den leidvollen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt zu durchbrechen. Und das geht nach buddhistischer Auffassung, denn nichts ist von Dauer – weder das Gute, noch das Schlechte. Alles verändert sich, und deshalb kann auch das Leid überwunden werden.
 

 

Ursache und Wirkung

Der Buddhismus ist auf mehrere Leben ausgerichtet. Buddha war davon überzeugt, dass die Ursachen für all unsere Erfahrungen nicht nur im jetzigen Leben, sondern auch in früheren Existenzen begründet sein können. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Karma. Karma bedeutet Handlung. Buddhisten unterscheiden zwischen der Handlung des Körpers, der Rede und der des Geistes. Alles was wir tun, kann gutes oder schlechtes Karma hervorrufen. Gute Taten führen nach buddhistischer Auffassung dazu, dass der Mensch in seinem nächsten Leben in angenehmere Verhältnisse hineingeboren wird.

Karma steht also immer im Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Wer das begreift, übernimmt mehr Verantwortung für sein Leben. Besonders wichtig ist, dass der Mensch Mitgefühl entwickelt. Das ist jedoch etwas ganz anderes als Mitleid. Der mitfühlende Mensch nimmt das Leid des anderen wahr. Er grenzt sich aber ab und lässt sich von dem Leid des anderen nicht vereinnahmen. Dadurch behält er die Distanz und kann dem anderen besser helfen.

Die folgenden Handlungen genießen im Leben eines Buddhisten einen besonders großen Stellenwert:

  • Großzügigkeit
  • Sinnvolles Verhalten
  • Geduld
  • Begeisterte Tat
  • Meditation
  • Weisheit

 

Leere

Ziel der buddhistischen Praxis ist es, Erleuchtung zu erlangen. Der Weg dorthin ist die Meditation, aber auch ein moralisch vorbildliches Leben. Da alle Wünsche und Begierden die Ursache für das Leid in der Welt sind, muss der Buddhist diese aufgeben. Wenn er begreift, dass alles vergänglich ist und wenn er sich von seinen Gedanken und Gefühlen nicht mehr beherrschen lässt, dann ist er glücklich und frei.

 

Von allem etwas

Genau genommen hat der Buddhismus von allem etwas: Er ist eine Religion, aber er hat auch etwas von Philosophie und Psychologie. Das macht den Buddhismus für intellektuelle wie auch für einfache Menschen gleichermaßen attraktiv. Vor allem aber bietet der Buddhismus durch seine Meditationstechnik eine Hilfestellung, das eigene Leben bewusst zu gestalten und positiv zu verändern.

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