Deshalb solltest du nach dem Sport meditieren

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Warum solltest du nach dem Sport meditieren?

20 Minuten Joggen, anschließend 15 Minuten meditieren – sinnvoll oder nicht? Raus aus dem Fitnessstudio hin zur Yogamatte. Klingt zunächst gut, aber warum sollte das von Vorteil sein? Zunächst möchte man annehmen, dass mit jeder sportlichen Aktivität der Körper bereits von Stresshormonen befreit ist. Man fühlt sich zwar schlapp, kann aber besser einschlafen und ist morgens ausgeruht. Doch gilt: Das entleerte Energiereservoir muss aufgefüllt werden.
Versuche, dich sowohl körperlich als auch seelisch zu entspannen, atme tief und werfe allen Ballast von dir ab.

 

Das Ziel ist erreicht – Zeit zur Regeneration

Joggen tut gut, geht aber gleichzeitig mit einer Belastung des Körpers einher. Bei den oft einseitigen Bewegungen verhärten die Muskeln. Nicht selten klagen Läufer über Knie- und Rückenprobleme, geschundene Füße oder Muskelverspannungen. Die Übungen aus dem Yoga können die Muskeln flexibler und dehnbarer machen. Innere Entspannung und Konzentration gehören zur unmittelbaren Vorbereitung, aber auch zur Regeneration.

Dabei handelt es sich nicht nur um Symptome aus dem Leistungssport. Die Reaktion des Körpers ist unabhängig von der Art der sportlichen Aktivität und nahezu immer gleich. Leistungshormone wie Adrenalin, Kortisol und Noradreanalin werden freigesetzt. Der Körper wird gefordert, Stress nivelliert, wir fühlen uns ausgeglichener. Dennoch bleiben nach jeder sportlichen Betätigung gewisse messbare Parameter als Indikatoren für die hinter uns liegende Anstrengung bestehen.

Nehmen wir einen Marathonläufer. Man kennt die Bilder, wo überglückliche Sieger gleich noch eine Ehrenrunde in kaum vermindertem Tempo anhängen. Indes liegt der knapp geschlagene Gegner nach Atem ringend auf der Bahn. Das kommt nicht von ungefähr. Unsere Psyche gestattet es uns, in der Euphorie maximale körperliche Anstrengungen mit einer gewissen Leichtigkeit zu ertragen. Die Niederlage ist hingegen eine psychisch sehr schmerzhafte Erfahrung. Ob Sieg oder Niederlage, es empfiehlt sich den Kreislauf langsam auf das Ruheniveau zurückzuführen und gleichzeitig eine bessere Durchblutung der Peripherie als auch der Beinmuskulatur zu gewährleisten.

 

Zeit für Entspannung – deine Übungen

 

Der Zehenwackler

Setze dich entspannt auf deine Yogamatte, die Beine sind ausgestreckt.
Hebe deine großen Zehen mehrmals nach oben und nach unten und atme dabei tief ein. Für die Dauer von drei Zehenhebern atmest du über das Zwerchfell nach oben ein und langsam mit dem Senken der Zehen in den Unterbauch aus.
Verdopple die Zehenheber und atme langsam ein und aus. Stelle dir vor, du atmest einen wohltuenden Duft auf – das intensiviert deinen Atemstrom. Beim Ausatmen stellst du dir vor, eine Kerze auszublasen. Atme nicht angestrengt, so erfährst du wohltuende Entspannung.

Rüttele und schüttele dich!

Stelle dich gerade hin. Beginne ganz locker auf einer Stelle zu hüpfen. Zugleich schütteln sich Rückenmuskulatur, Arme, Schultern und Hände. Wechsel von einem auf das andere Bein. Schüttel dich etwa eine Minute lang. Anschließend stehst du aufrecht, atmest langsam ein und aus und kreist vorsichtig mit dem Kopf. Versuche, mit deiner Nasenspitze eine 8 in die Luft zu zeichnen. Lockeres Schütteln und Rütteln bestimmen die Abschlussminute – eine Wohltat für den zuvor hart trainierten Körper.

 

Arme und Beine schwingen – eine Übung aus dem Qigong

Deine Füße stehen schulterbreit nebeneinander. Beuge dein Knie und drehe dich auf der Ferse eines Fußes. Die Hüften drehen sich mit, die Arme sind entspannt und schlagen auf die Seiten, wenn du die Drehrichtung änderst. Versuche dabei, den maximalen Schwung zu erzeugen. Sobald das gelingt, atme tief und bewusst in deine Arme, welche du wie beim Skifahren nach vorne und zurück schwingst. Beuge dabei die Knie. Um den Schwung zu verstärken, beugst du die Knie und lässt die Arme über die Schultern schwingen. So bewegst du die Schultergelenke, ohne die lokalen Muskeln zu benutzen. Stehe nun auf einem Bein und versetze das freie Bein in Bewegung, indem du das Becken nach vorne und nach hinten kippst. Die Knie bleiben entspannt und beugen sich locker, während das Bein nach hinten schwingt. Wenn du Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht hast, dann halte dich an einem Möbelstück fest.

 

Fazit: Meditation und Sport ergänzen sich hervorragend – Joggingschuhe und Meditation bilden eine Einheit. Asanas stärken Muskelgruppen und wirken der oft einseitigen Belastung im Sport entgegen. Über die anschließenden meditativen Übungen erfährst du ein besseres Körpergefühl. Die Botschaften deines Köpers lernst du schneller zu entschlüsseln. Nicht zuletzt ermöglicht dir die bewegungsorientierte Atmung eine bessere Koordination beim Freizeit- oder Leistungssport.

 

 

Ein Tipp für alle Jogger unter euch:

Weg mit dem Rundrücken beim Laufen! Lieber ein „Hans-guck-in-die-Luft“ als mit demütig gesenktem Blick durch die Gegend zu laufen. Der Kopf sollte stets gerade gehalten werden, dadurch hebt sich der Brustkorb, die Atmung wird freier und eine typische Fehlhaltung vermieden.

Zuletzt ein schöner Gedanke aus der Achtsamkeitspraxis – beherzigt ihn am besten bei all euren Aktivitäten: „Im Gehen oder Laufen meditieren heißt eigentlich das Gehen genießen – kein Gehen oder Laufen, um anzukommen, sondern nur, um zu gehen.“ Thich Nath Than