Meditation im Kindergarten: Das sollten Eltern wissen

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In manchen asiatischen Ländern werden Kinder recht früh an Meditation herangeführt.
In manchen asiatischen Ländern werden Kinder recht früh an Meditation herangeführt.

 

Die positiven Wirkungen die wir durch Meditation erzielen, tun nicht nur uns Erwachsenen gut. Kinder profitieren ebenfalls. So ist es kein Wunder, dass die Meditation ihren Weg in Kindergärten findet. Wie funktioniert das mit Kindern? Wie wird das umgesetzt? Was gibt es beim Meditieren mit Kindern zu beachten?

Kinder stehen heutzutage unter ähnlich großem Stress wie Erwachsene. Sie müssen sich auf wechselnde Umstände einstellen, stehen unter dem Einfluss digitaler Medien, haben Ängste und leiden unter der Alltagshektik.
Dies trägt dazu bei, dass schon im Kindergartenalter Überforderung, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit und Erschöpfung zu beobachten sind. Um dem entgegen zu wirken ist ein gesundes Maß an Bewegung ebenso wichtig, wie das Erlernen des „ruhig seins.“ Durch das Einbringen von Ruhephasen wird ein Abstand zum Alltag hergestellt und der Umgang mit Stress geübt. So sind Kinder besser gewappnet mit Ängsten und sich verdichtenden Anforderungen umzugehen.

 

Was sind die Ziele beim Meditieren mit Kindern?

Auch bei den Kleinen ist das Ziel der Meditation das Erzeugen von Stille und Ruhe, sowie das Reflektieren des Erlebten. Dies wird mit Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen umgesetzt. Ziele sind dabei:

  • den eigenen Körper und sich selbst kennenzulernen und anzunehmen
  • das Entspannung und Loslassen
  • die Förderung der Konzentrationsfähigkeit
  • der Abbau von Spannungen, Angst und Unruhe

 

Wie und wann kann Meditation im Kindergarten umgesetzt werden?

Eine Möglichkeit ist, die Meditation in die Bewegungseinheiten einzubauen. Vor dem Toben oder Spielen kann eine Gehmeditation stattfinden. Oder es wird im Anschluss an die Bewegungseinheit meditiert. Als Abschluss dieser, wodurch der Körper die Möglichkeit hat herunterzufahren und der Kopf sich auf etwas Neues einstellen kann.

Wichtig ist, dass die Kinder die Meditation als wiederkehrend wahrnehmen. Genau wie mit anderen Ritualen (zum Beispiel ein bestimmtes Verhalten beim Essen, die Mittagsruhe, ein morgendlicher Sitzkreis, oder ein immer gleicher Abschiedsgruß) haben sie dadurch etwas auf das sie sich verlassen können, das sie erkennen und als normalen Teil ihres Tages ansehen. Es hilft bestimmte Tätigkeiten mit der Meditation zu verknüpfen und Assoziationen zu schaffen. Das können der gleiche Ort, die gleiche Zeit, oder die gleichen Worte zu Beginn und zur Beendigung sein.

 

Was gibt es zu beachten?

Schön ist, wenn der Übungsleiter selbst Erfahrungen mit Meditation hat. So kann er sich in die Kinder hineinversetzten und ihre Erlebnisse besser verstehen. Voraussetzung ist das aber nicht. Er kann ebenso gut gemeinsam mit den Kindern seine Meditationserfahrungen sammeln.

Zu Beginn sollten nicht zu lange Phasen der Ruhe eingebaut werden. Es reichen fünf Minuten. Für einige Kinder ist dies schon eine Herausforderung. Wenn das gut klappt, kann die Zeit langsam gesteigert werden.
Es sollten nicht zu viele Kinder gleichzeitig meditieren. Fünf bis acht sind ein guter Richtwert.

Die Kinder sollten sitzen. Es muss nicht unbedingt der Schneidersitz sein, aber das Liegen sollte verhindert werden, um Müdigkeit und Einschlafen zu erschweren.
Wichtig sind Erklärungen: Vor der Meditation sollte besprochen werden, worum es geht und was erwartet wird. Da sich Kinder schon von den kleinsten Unruhen ablenken lassen, ist es eventuell sinnvoll einige Regeln festzulegen. Diese können zum Beispiel beinhalten, dass nicht gesprochen wird und der Sitznachbar nicht berührt werden darf. Außerdem sollte, wenn es keine Bewegungsmeditation ist, so weit es geht auf Bewegung verzichtet werden. Natürlich sollen die Kinder ihre Position wechseln, wenn etwas sehr unangenehm ist oder weh tut. Aber eben nur in diesen Fällen. Kommt es zu großer Unruhe und Ablenkung, dann ist auch das in Ordnung und sollte nicht gewertet werden. Schließlich ist kein Tag wie der andere. Es hilft, wenn der Raum in dem die Meditation stattfindet möglichst wenig Ablenkung bietet.

 

Umsetzung der Meditation mit Kindern

Viele verstehen Traum- und Phantasiereisen als Meditation. Dies ist im engeren Sinne nicht der Fall. Diese fördern Phantasie, Kreativität und das Fokussieren. Weniger das Loslassen, welches eines der Meditationsziele ist. Trotzdem sind solche „Reisen“ ein schöner Einstieg, da geübt wird, für einige Minuten ruhig zu sein und es anfangs leichter für die Kinder ist, ruhig zu sein während jemand spricht und sie sich etwas vorstellen können.
Soll es ans Meditieren gehen, gibt es viele Möglichkeiten. Gegenstände können zum Einsatz kommen, akustische oder optische Reize eingesetzt werden.

  • Beispiele für akustische Reize: Klangschalen, Glocken, Triangel.
  • Beispiele für optische Reize: Das Betrachten eines Baumes, einer Kerze, einer Feder.
  • Weitere: Betrachtung eines Gegenstandes im innern, das Wiederholen eines Wortes, das Konzentrieren auf die Atmung, die Stille, den Wind.

 

Beispiel einer Meditation mit Triangel

Die Kinder sitzen in einem warmen, leicht abgedunkelten Raum in einem Kreis. Ihnen werden die Regeln erklärt. Sie werden aufgefordert beim Klang der Triangel ihre Augen zu schließen und sie erst wieder zu öffnen, wenn der Klang erneut ertönt. Wenn ihnen langweilig wird, bis zum erneuten Klang, sollen sie sich die Triangel und dessen Klang vorstellen. Nach Beendigung der Ruhephase wird im Gespräch über die Gefühle während der Meditation gesprochen. Bevor die Kinder wieder aufstehen, sollen sie sich noch einmal den Klang vorstellen.

Die Kinder profitieren vor allem vom regelmäßigen Üben. Auch wenn es anfangs schwerfällt, so sind schon nach einigen Wochen positive Veränderungen erkennbar. Meditation im Kindergarten ist nicht ohne Grund ein schöner Trend der mehr und mehr Beachtung findet.

 

Mein Buchtipp zum Thema:

Du bist nie allein! – Meditationen und Fantasiereisen, die Kinderseelen stark machen

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