Meditation im Alltag: Im Stau stehen

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Nutze die Chancen, die dir Staus bieten!

 

Meditation finde ich eine gute Sache. Leider ist mein Tag so voll. Mir fehlt einfach die Zeit dazu. Kennst du solche Gedanken? Ich werde in nächster Zeit dir Möglichkeiten zeigen, wie du bei den unterschiedlichsten Alltagstätigkeiten eine Meditation oder Achtsamkeitsübung integrieren kannst. 

Steig bei jemanden ins Auto, und du lernst seinen wahren Charakter kennen. Dieser Gedanke kam mir oft in Myanmar: Während die Burmesen außerhalb von Autos die freundlichsten und rücksichtsvollsten Menschen waren, denen ich bislang begegnet bin, verwandelten sie sich zu aggressiven Rowdys sobald sie hinter dem Steuer sassen: hupend und mit hoher Geschwindigkeit preschten sie durch die engen Gassen, fuhren dicht auf und legten voll Bremsungen hin.

Doch auch in Deutschland sind wir weit entfernt rücksichtsvolle und entspannte Autofahrer zu sein: sobald wir mehrere Ampeln bei rot erwischen, schimpfen wir darüber wie schlecht die Ampeln abgestimmt seien. Staatliches Ausbremsen! Stehen wir ein paar Minuten im Stau, schwenkt die Stimmung um und bei so manchem steigt der Blutdruck. Rote Ampeln, Staus und langsamere Autofahrer triggern unsere Ungeduld und Aggressionen. Aber es muss nicht so sein.

 

Nutz die Zeit während des Autofahrens für eine Achtsamkeitsmeditation

 

Staus und rote Ampeln sind eine gute Pause in unserem Alltag für diese kurze Achtsamkeitsmeditation: Meditation im Auto in fünf Schritten.

Lege den Gang in den Leerlauf, zieh die Handbremse an. Im Stau fahre seitlich ran (Rettungsgasse) und mache den Motor aus. Los gehts:

 

1. Atme bewusst. Wenn die Luftverhältnisse gut sind, öffne das Fenster einen Spalt. Nimm einige tiefe Atemzüge. Nimm den Unterschied zwischen der tiefen Atmung und deiner natürlichen Atmung wahr. Spüre, wie dein Oberkörper sich hebt und senkt. Mit jedem Senken, lehne Dich ein bisschen mehr in deine Sitzlehne zurück. Während in den Autos vor und hinter dir sich Menschen ärgern, entscheidest du dich für Atmen.Du eröffnest einen Raum für dich, indem du die Perspektive wechselst und den Stau / rote Ampel als Möglichkeit wahrnimmst.

 

2. Lockere dich. Was sind deine momentanen Bedürfnisse? Spüre deinen Körper. Hast du gerade Verspannungen in der Schulter? Ist dein Fuss verspannt vom Betätigen der Bremse? Drückt die Sitzfläche gegen dene Oberschenkelrückseite? Wie fühlen sich deine Arme und Waden an?

Wenn du Verspannungen spürst, dann lockere diese Körperpartien: Schüttle deine Waden und Arme sachte, kreise deine Fuss- und Armgelenke, wiege deinen Kopf hin und her. Ziehe deine Schultern zu den Ohren, halte sie eine Sekunde und lasse sie dann die Schulterblätter tief absinken.

 

3. Sag ein Mantra. Gibt es gerade Gedanken, die dir in den Kopf kommen? Ich muss die Zeit im Stau wieder reinholen, damit ich pünktlich bin. Jemand wird nicht erfreut darüber sein, dass ich zu spät komme.

Wenn deine Gedanken negativ sind, wähle das positive Gegenteil als Mantra: Ich habe Zeit. Ich fahre aufmerksam. Ich bin entspannt. Meine Familie / Bekannten etc. lieben mich. Sie wollen das Beste für mich. Sie wollen meine Sicherheit im Verkehr. Ich bin glücklich.  

 

4. Beginne deine Atemmeditation. Wenn Du im Stau stehst, hast du dafür ein paar Minuten Zeit: schließe deine Augen leicht. Kontrolliere nicht deinen Atem, sondern warte bis dein Körper den nächsten Atemzug beginnt. Lege deine Aufmerksamkeit auf den einströmenden Atem, fühle den Luftzug in deiner Nase. Du atmest aus, deine Aufmerksamkeit ist auf deinem ausströmenden Atem. Warte bis dein Körper ansetzt wieder einzuatmen, folge mit deiner Aufmerksam……  Lass dir Zeit. Du verpasst nichts. Sollte der Stau sich auflösen, sei dir sicher, einer wird dich hupend aus deiner Meditation holen 😉

Wenn du deine Meditation beendet hast, schenke dir ein Lächeln.

 

5. Nimm Deine Umgebung wahr. Wie geht es deinen Mitmenschen? Ärgern sich der Autofahrer neben dir über den Stau? Schenk ihm ein aufmunterndes Lächeln. Sind andere Autofahrer auch gelassen? Freu dich für sie, dass sie gut zu ihrem Körper und Geist sind, und sich nicht mit negativen Gefühlen belasten. Wer singt im Auto? Wer lächelt zurück?

Versetze dich in deine Mitmenschen: Welche Gedanken mögen sie gerade haben? Was fühlen sie? Auch sie wollen sicher zu den Menschen gelangen, die auf sie warten. Auch sie wollen sich nicht mit Ärger quälen. Auch sie wollen glücklich sein. Andere Autofahrer snd wie wir, sie sind alle Menschen…

Wünsche all den Menschen, was du dir für dich im Stau wünscht: Mögen ich entspannt sein. Möge ich sicher sein. Möge ich glücklich sein.

 

Ich bin mir sicher, der Stau löst sich gerade auf und du kannst entspannt und sicher weiterfahren 😉 Eine Achtsamkeit während der Autofahrt findest du übrigens hier: Meditation im Auto

Was stresst dich beim Autofahren? Hast du schon einen Weg zur Entspannung im Auto gefunden? Ich freue mich, von Deiner Erfahrung zu hören.  

 

Du möchtest mehr praktische Übungen?:
Noch mehr Achtsamkeitsübungen für deinen Alltag findest im unteren Teil der Übersicht Achtsamkeit.
Laura
Schön, dass Du da bist!
Ich bin Laura und praktiziere schon seit vielen Jahren Yoga und Meditation. Erst nachdem ich schwierige Zeiten in meinem Leben überstanden hatte, wurde mir klar, wieviel ich dabei meiner Yoga- und Meditationspraxis verdanke. Seitdem ist Ich-will-meditieren.de mein Herzensprojekt.
Ich möchte Dich dazu ermutigen, Dir täglich Zeit für eine individuelle Meditationspraxis zu nehmen, um zu Gelassenheit, innerer Freude und Zufriedenheit zu finden.
Sieh Dich um, fühl Dich wohl und stell mir gerne Deine Fragen.

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