Achtsamkeit im Alltag: Achtsames Zuhören

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Ob beim gemeinsamen Frühstück mit der Familie, im Café mit Freunden oder im Büro mit Kollegen: Oft hören wir unserem Gegenüber nicht aufmerksam zu und vergeben die Chance, mehr über unseren Freund oder Familienmitglied zu erfahren.

 

Doch nicht nur das: manchmal bemerken wir, dass unser Gegenüber uns unterbricht, abwesend ist oder fühlen uns gehemmt, das zu sagen, was wir ursprünglich mitteilen wollten. Achtsames Zuhören ist eine einfache Möglichkeit, mehr über deinen Gesprächspartner zu erfahren und die Kommunikation in deinem Umfeld zu verbessern. Es kann nie zu viele gute Zuhörer geben….

 

Achtsames Zuhören steht für Respekt und dem Wunsch, sein Gegenüber wirklich verstehen zu wollen

Erinnerst du dich an ein Gespräch in der letzten Zeit, in dem dir das Wort abgeschnitten wurde? Jedes Mal, als du zu deiner Erzählung ansetzen wolltest, wurdest du vielleicht von einem “Ja, ich weiß. Habe ich auch schon gehört.” oder “Stimmt, aber…” oder “Ja, ja. Aber….” unterbrochen. Sein Gegenüber im normalen Gespräch mehrfach zu unterbrechen ist nicht nur unhöflich, es verhindert auch eine harmonische, für beide Seiten bereichernde Kommunikation. 

Wir können uns auch die Energie sparen, dem anderen Vorwürfe deswegen zu machen. Abgesehen von der Frage nach dem Sinn von Vorwürfen, oft ist es uns gar nicht bewußt, dass wir andere unterbrechen, sie nicht aussprechen lassen oder ihre Sätze “für sie” beenden. Wir können allerdings einen Unterschied machen, indem wir unser Kommunikationsverhalten begutachten und dazu anhalten achtsam zuzuhören.

 

Achtsames Zuhören findet nicht nur in unseren Ohren statt: unser ganzer Körper und Geist ist gefragt

Achtsame Kommunikation lässt uns Bindungen vertiefen und Vertrauen fassen.

Achtsames Zuhören ist aber noch mehr, als nur unserem Gegenüber die Zeit einzuräumen, seinen Redebeitrag zu beenden. Manchmal werden wir in dem, was wir sagen möchten, auch durch die nonverbale Kommunikation des Gegenübers unterbrochen. Sprichst du so weiter, wie du wolltest, wenn du bemerkst, dass dein Zuhörer über deine Worte traurig, wütend, belustigt oder gelangweilt ist? Vielleicht beginnst du in deine Erzählung gleich eine Entschuldigung, zusätzliche Erklärung, Rechtfertigung oder Relativierung einzubauen, wenn der andere die Augen verdreht, betont genervt ausatmet oder die Arme demonstrativ verschränkt.

Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man ansprechen darf was man denkt, unabhängig davon, ob unser Gegenüber uns dabei zustimmt. Über die inhaltliche Richtigkeit kann man ja  anschließend diskutieren. Wenn du achtsam zuhörst, wirst du bei deinem Gesprächspartner vielleicht Zwischentöne, Betonung bestimmter Worte oder anderes wahrnehmen, das dir mehr über die Gedankenwelt und das Empfinden deines Freundes verrät. Werde in wenigen Schritten ein besserer und geschätzter Zuhörer – die Anleitung dazu findest du hier:

 

Praktische Anleitung für achtsames Zuhören

Du kannst diese Übung jeder Zeit machen, wenn du die Möglichkeit hast, einem Gespräch zu zuhören. Das Ziel ist es, durch diese Übung anderes zuhören, als das du es vielleicht in der Vergangenheit getan hast. Du musst natürlich deinem Gegenüber nicht mitteilen, dass du gerade eine Achtsamkeitsübung machst. Du kannst sie aber auch ohne Erwartungshaltung als Übung für dein Gegenüber vorschlagen. Wenn du die Zuhörübung mit einem Freund oder Familienmitglied zusammen machst, dann übernehmt dabei abwechselnd die Rolle des Sprechenden und des Zuhörenden.

 

  • Höre nun deinem Gegenüber fünf Minuten lang zu. Mache während des Zuhören nichts anderes, außer ihm zuzuhören. Lausche still seinen Worten.
  • Denk zunächst darüber nach, was seine Worte für dich bedeuten. Was du darauf antworten möchtest oder was deine Gesprächspartner von dir will, was seine Worte bei dir auslösen sollen.
  • Nimmst du wahr, dass du zwischendurch einen Kommentare einwerfen möchtest? Oder setzt du dazu an Gesten oder Mimiken zu machen, die deinem Gegenüber zeigen sollen, dass du ihm zuhörst: willst du nicken oder den Kopf schütteln? Was machen deine Hände? Legst du deinen Kopf schief?
  • Welches Gefühl hast du, wenn dein Gesprächspartner zwischendurch innehält, weil er nach einem Wort oder der passenden Formulierung für eine Idee sucht? Stört dich die Stille? Willst du “helfen” indem du ein Wort vorschlägst? Lass die Stille zu. Versuche nicht Pausen mit Worten zu füllen. Übe still zu sein und einfach nur zuzuhören.
  • Achtsames Zuhören schärft unsere Sinne. Welche Gefühle schwingen in seiner Stimme mit? Welche optischen Eindrücke nehmen wir wahr? Wie verändert sich seine Mimik und Gestik bei manchen Aussagen? Zögert er beim Sprechen? Spricht er hastig und gestresst?  Oder ist seine Stimme ruhig und fest?
  • Wie nimmst du das Ende der Erzählung wahr? Möchte dein Gegenüber nun deine Meinung wissen? Will er Hilfe und Unterstützung? Oder wollte man dir lediglich etwas mitteilen?

Erkenne, dass es völlig in Ordnung ist, wenn du nichts sagst. Höre einfach nur zu und bezähme deinen Wunsch, dich in das Gespräch einzubringen. Warte bis dein Gesprächspartner alles gesagt hat, was er sagen wollte, ehe du mit dem sprechen beginnst.

Vielleicht wirst du bemerken, dass es uns manchmal in Gesprächen uns mehr um eigenen Interessen geht: Ich will meine Meinung sagen. Ich will den anderen überzeugen. Ich will dass der andere mich mag, indem ich ihn bestätige.

 

Das Ziel der Achtsamkeit: Egal was du bemerkst, nimm es wahr und bewerte es nicht

Mach diese Übung regelmäßig. Bald wirst du merken, dass du nur ein besserer Zuhörer bist, wenn du dich von dem inneren Zwang befreist, ständig auf die Worte deines Gegenübers reagieren zu müssen. Auch dein Gesprächspartner wird das Gefühl haben auf eine ganz neue, tiefe Art und Weise gehört und verstanden zu werden.

Welche Unterschiede ergeben sich dadurch in Gesprächen mit deinem Partner, mit Kollegen oder deinem Vorgesetzten? Verändert sich dein Zuhörverhalten, auch wenn du nicht bewusst diese Achtsamkeitsübung in einem Gespräch anwendest?

 

Danke, dass du dir für diese Achtsamkeitsübung Zeit genommen hast. Bedanke Dich bei dir selbst, denn kleine Schritte machen den Unterschied.

Wenn du den Beitrag hilfreich findest, dann teile ihn bitte mit anderen: Es kann in Freundschaften, Familien und Büros einfach nicht genug gute Zuhörer geben! 

Ich wünsche Dir einen wundervollen Tag

Alles Liebe

Laura

Laura
Schön, dass Du da bist!
Ich bin Laura und praktiziere schon seit vielen Jahren Yoga und Meditation. Erst nachdem ich schwierige Zeiten in meinem Leben überstanden hatte, wurde mir klar, wieviel ich dabei meiner Yoga- und Meditationspraxis verdanke. Seitdem ist Ich-will-meditieren.de mein Herzensprojekt.
Ich möchte Dich dazu ermutigen, Dir täglich Zeit für eine individuelle Meditationspraxis zu nehmen, um zu Gelassenheit, innerer Freude und Zufriedenheit zu finden.
Sieh Dich um, fühl Dich wohl und stell mir gerne Deine Fragen.

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