Achtsames Führen – Achtsamkeit im Management

Mit Achtsamkeit kann man den Berufsalltag nachhaltiger und effizienter gestalten.
Mit Achtsamkeit kann man den Berufsalltag nachhaltiger und effizienter gestalten.

Hektik, Schnelligkeit und Entscheidungsdruck bestimmen nicht selten unseren Managementalltag. Die Folge: Unternehmer, Manager und Führungskräfte fühlen sich zunehmend ausgebrannt und leer. Sie sind müde, rasen an dem Wesentlichen vorbei und können ihr Bewerten und Denken nicht mehr abschalten.

Kann es mittels Achtsamkeit gelingen, einen gesunden Abstand zu übereilten und gewohnten Gedankenmustern herzustellen?

 

Achtsamkeit- die Quelle der Erkenntnis

Achtsamkeit kommt aus einem stark entwickelten Bewusstsein für die eigenen körperlichen und verbalen Handlungen.Dalai Lama

Im Buddhismus ist es ein Grundprinzip, dafür Sorge zu tragen, dass es uns, aber auch dem anderen gut geht. Letztendlich profitieren wir, aber auch die Menschen in unserem direkten Umfeld davon. Goethe sprach einst: „Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen, so zu werden, wie sie sein könnten.“

Genau genommen, sehnt sich wohl einer jeder von uns nach einer Gemeinschaft, in welcher man nicht funktionieren muss. Gern bewegen wir uns in Zonen, die vergleichsfrei sind, nicht zuletzt, um unsere Talente einzubringen. Wir wollen gut in unserem Job sein, aber nicht um jeden Preis. Irreführende oder aggressive Führungsstrategien wirken dabei weniger heilsam. Vielmehr blockieren sie klare Strukturen. Viele Unternehmen besinnen sich daher auf neue Wege. Sie verstehen Achtsamkeit als ihren Kompass, um entspannt und freudig mit anderen zusammen zu arbeiten. Jedoch wäre es an dieser Stelle zu kurz gegriffen, Achtsamkeit als reine Stressbewältigungsmethode zu verstehen, um sich oder andere Personen möglichst schnell zu stabilisieren.

Entscheidend ist immer die Geisteshaltung. Nie sollten wir auf den eigenen Vorteil bedacht sein und Produkte oder gar Menschen lediglich als Mittel zum Zweck einsetzen. Hingegen solltest Du als Führungskraft stets mit klaren Blick und ohne Angst auf die Realität schauen. Das erfordert gewisse Mühelosigkeit. Wobei Mühe nicht gleichbedeutend mit Anstrengung ist. Anstrengung entspricht der Energie, die man braucht, um Hindernisse zu überwinden. Die Mühe, welche Du aufbringen solltest, ist hingegen ein Extra.

Beobachte Dich, wenn Du handelst: Stellst Du dir häufig die Frage „ Wird das gut gehen?“ in diesem Moment malst Du dir alle Konsequenzen Deines möglichen Scheiterns aus und bekommst Angst. Sorgend und planend wanderst Du in der Zukunft herum und nur wenig konzentrierst Du dich auf die Gegenwart. Anschließend bedauerst Du, es nicht ändern zu können. Mit dieser Einstellung werden sämtliche Taten der Gegenwart leiden und sie werden zunehmend mühsamer.

 

Atmen ist der Schlüssel zu mehr Gelassenheit

Diese Erkenntnis stammt aus der Feder des bekannten Zen-Meisters Thich Nhat Hanh. Das Anapanasati-Sutra zählt zu den bekanntesten Lehrreden des Buddha. Schon wenige achtsame Atemzüge erzeugen einen inneren weiten Raum, um schwierige Gedanken und Emotionen ziehen zu lassen. Die Methode/Formel ist ganz einfach: „Atmen- Lächeln- Innehalten.“ Dabei stehst oder sitzt Du aufrecht. Sämtliche Berührungen Deines Körpers, sei es mit dem Stuhl oder dem Boden, nimmst Du bewusst wahr.

Nähre nicht Deine Gedanken, sondern lass sie vorüberziehen, um Dich zu erfrischen. Diese Übung lässt sich hervorragend in Gruppen zentrieren. Während das Zuhören vertieft wird, wachsen die Verbundenheit und die Konzentration. Eine wunderbare Methode, um Vertrauen zu schaffen. Es entwickelt sich auf beiden Seiten eine innere Freiheit- Konflikte, in denen man erwartet, hofft und inkorrekt mutmaßt, werden ausgeschlossen.
Der Buddhismus stellt eine sehr reflexive Domäne von Lebenspraktiken gegenüber der eines hektischen Joballtags.

 

Das solltest du unbedingt beherzigen:

  • Ein untrainierter Geist schafft sich die meisten Probleme selber. Übe Dich in Meditation und Achtsamkeit, um eine positive Geisteshaltung einzunehmen.
  • Du musst lernen in Deiner Arbeit oder in Deinem direkten Umfeld mit etwas Größerem in Kontakt zu treten, als nur mit Dir selbst.
  • Das Ziel ist es, Deinen Fokus so auszurichten, um stets mit allen Schwierigkeiten verbunden zu bleiben.
  • Ein von Emotionen ausgelöstes Gedankenkarussell lässt Dich nur ermüden. Schnell entstehen aus Hügeln große Berge. Möglicherweise assoziierst Du mit einem anstrengenden Kunden gleich die existenzielle Bedrohung. Oder ein Mitarbeiter, der eigene Sorgen trägt, bleibt unverstanden, weil Du dir einfach nicht die Mühe gibst, seine Sorgen zu erkennen.
  • Gehe stets mit einem offenen und wachen Geist und verlasse festgefahrene Bilder.
  • Achtsamkeit lehrt Dich den wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander.
  • Äußere konsequent Deine Wünsche und formuliere sämtliche Erwartungen über Ich-Botschaften.
  • Erfahre bewusst die Wirkung Deiner Fragen in Konfliktgesprächen.
  • Sei stets unvoreingenommen und zeige Dich in Konfliktgesprächen offen gegenüber Standpunkten, Beweggründen und Erwartungen.
  • Betrache Einstellungen und Werte als naturgegeben und nimm sie nicht persönlich.
  • Finde das richtige Tempo für mehr Gelassenheit- Ungeduld ist keine Tugend.
  • Übe Dich im Medienfasten und verzichte bewusst auf die Medieninputs, die Deine Konzentration auf das Wesentliche schwächen.
  • Wohlwollende Akzeptanz steht stets über Abwertung oder Bewertung.

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