Achtsamkeit im Alltag: Duschen

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Nicht jeden Tag findest du die Zeit im See zu baden: Nutze die tägliche Dusche zu einem kleinen Achtsamkeitsritual.

Es gibt’s bestimmenden Dinge, die wir alle tagtäglich tun müssen, um unser physisches und psychisches Wohlbefinden zu bewahren: schlafen, essen oder auch duschen. Als täglichen Aktivitäten, für die wir uns nicht bewußt entscheiden müssen (vorausgesetzt wir hören auf unseren Körper und essen wenn wie Hunger haben), eignen sich besonders gut für eine achtsame Ausübung der Aktivität: wenn du täglich duscht, dann kannst du auch täglich achtsam duschen. Und schon integrierst du eine Achtsamkeitsübung in deinen Alltag ohne das anfangs mühsame Etablieren von neuen Gewohnheiten.

Achtsamkeitsübungen machen aus Alltagstätigkeiten ein entspannendes, bewusstseinsförderndes Ritual

Vermutlich duschst du bereits nach einem bestimmten System: Legst du dir ein Handtusch vor dem Duschen griffbereit oder wirst du es dir nach dem Duschen erst holen? Lässt du das Wasser zunächst mit der Brause nur an deine Beine, oder kommt es gleich aus der Brause auf deinen Kopf? Seifst du dich an einer Körperstelle zu erst ein? Erst die Haare vielleicht? Es ist uns oft gar nicht bewusst, aber viele alltäglichen Tätigkeiten sind für uns so routiniert, dass wir die einzelne Schritte nicht mehr wahrnehmen.

Die meisten Menschen nehmen es als selbstverständlich hin, dass sie nur den Wasserhahn aufzudrehen brauchen, um warmes und sauberes Wasser zu bekommen. Viele Menschen auf unserer Erde haben keinen oder nicht ausreichenden Zugang zu Wasser. Duschen ist somit auch in dieser Hinsicht ein gutes Ritual für Bewusstsein und Dankbarkeit.

Duschen ist ein einfaches Ritual, das wir einfach in unseren Alltag einbauen können

Ich war vor einigen Jahren für ein paar Monate im Jemen. Selbst in der Hauptstadt Sanaa war die Wasserversorgung spärlich: aus dem Duschkopf kam meist nur ein kleiner Rinnsal. Und doch hat dieses wenige Wasser Freude in mir ausgelöst, denn an den meisten Morgen kam überhaupt kein Wasser. Dieses Gefühl hat sich tief in mein Bewusstsein verankert: Immer wenn mir unter Dusche das klare, frische Wasser über den Körper fließt, fühle ich tiefe Dankbarkeit für diesen Luxus und wünsche allen Menschen im Jemen, dass sie eines Tages die selbe Empfindung machen dürfen.

 

Achtsames Duschen als tägliche Entspannungsübung

Grundsätzlich ist jede Aktivität eine gute Gelegenheit, sIch in Achtsamkeit zu üben. Aber duschen eignet sich besonders gut: regelmäßig bist du dabei alleine, es ist ein angenehmes Gefühl und es gibt kaum etwas, dass dich davon ablenken kann, außer deine eigenen Gedanken.

Jede Dusche ist eine Gelegenheit, sich in Achtsamkeit und Dankbarkeit zu üben.

Stell dir vor, du gehst zum ersten Mal im Frühjahr wieder in ein See baden. Du müsstest dich nicht daran erinnern, achtsam zu sein! Du würdest den Sand und die Kiesel unter deinen Füssen bewusst wahrnehmen, dich langsam an die Wassertemperatur gewöhnen, mit den Händen über die Wasseroberfläche streichen und vielleicht wonnig Seufzen. Wie schön, in diesem See zu sein….  

Warum nicht mit solch einem Gefühl auch Zuhause duschen? 

Dinge, und mögen sie uns noch so klein und unbedeutend vorkommen, bewusst und ohne zu werten zu tun.

Das ist die Essenz der Achtsamkeit.

 

Wie geht achtsames Duschen?

Richte dabei Deine ganze Aufmerksamkeit auf dich, auf dein Badezimmer und dich in deinem Badezimmer. Konzentriere dich dabei auf jedes Detail. Es geht nicht bloß um Reinigung deines Körpers. Behandle dich mit der Haltung: Mein Körper ist mein Tempel.

  • Stell dich unter die Dusche und nimm dich in der Dusche wahr: Wie fühlt sich die Temperatur des Bodens unter deinen Füssen an? Streich über deine trockenen Unterarme – fühle “die Trockenheit”. Nimm dein Haar wahr – wie fühlt es sich auf deine Haut an? Wie fühlt es sich trocken an.
  • Nimm die Brause und lass es über eine für dich angenehme Stelle fließen: Bevorzugst du zuerst die Füße oder ein Bein, oder lieber den Arm? Was sind deine ersten Assoziationen, wenn das Wasser über deine Haut fließt? Ein kurzes Erschrecken? Ein Seufzer des Wohlbefindens? Ist dir das Wasser zu warm oder zu kalt? Finde die für dich angenehme Temperatur.
  • Beginne langsam deinen ganzen Körper zu benässen. Spüre, wie jeder einzelne Bereich deines Körpers nass wird. Nimm wahr, wie dein Haar schwer wird und an deinem Kopf anliegt.
  • Lass das Wasser aus der Brause von oben über deinen Körper fließen. Nimm wahr, wie das Wasser über dich rinnt. Wo fließt mehr Wasser, wo weniger? Verlagere dein Körpergewicht und pendel leicht hin und her: Ist mal das Wasser auf deinem Rücken, mal mehr auf der Vorderseite deines Oberkörpers?
  • Forme mit deinen Händen eine Schale und fang eine Handvoll Wasser auf. Nimm wahr, wie rein das Wasser ist. Nimm einen Schluck davon. Du duscht in Trinkwasser, sei dir dessen bewusst.
  • Richter auf jedes Körperteil, das durch reinigst, deine ganze Aufmerksamkeit: nimm deine gutriechende Seife oder eine kleine Menge deines Duschgels. Seif dich ein. Husche nicht über deinen Körper, sondern nimm dir Zeit: Deine Unterarme, dein Ellenbogen, die Oberarme bis zur Schulter, dein Hals und Nacken. Berühre achtsam deinen Körper, ohne Hektik und ohne in Gedanken bei Terminen oder sonst wo zu sein.
  • Spürst du den Schaum auf der Haut? Der Duft der Seife?
  • Dusch die Seife wieder ab. Mach dir bewusst, wie rein das Wasser ist, das gerade über deine Haut fließt. Erkenne die Dusche als nicht selbstverständlichen Luxus an.
  • Nachdem du das Wasser abgestellt hast, nimm die Tropfen wahr, wie sie über deinen Körper rinnen. Sieh wie sie sich an deinen Haarenden sammeln. Streich das Wasser von deiner Haut. Wie anders fühlt sie sich jetzt an? Erinnerst du dich noch an das Gefühl der trockenen Haut vor der Dusche?
  • Zeit dich abzutrocknen – ich bin mir sicher, nach einer achtsamen Dusche muss ich dir nicht erklären, wie achtsames Abtrocknen aussehen könnte 🙂

Freu dich auf deine nächste Dusche und dusche mit einer inneren Haltung der Dankbarkeit. 

Ich hoffe, dass meine Achtsamkeitsübungen dich zu einem achtsameren und damit gelasseneren und entspannten Lebensstil anregen können.  Hast du schon deine ganz persönlichen Achtsamkeitsübungen entwickelt? Schreib mir dich einen Kommentar, wann du Achtsamkeit in deinen Alltag gut integrieren kannst und welche Erfahrung du mit Achtsamkeit im Generellen gemacht hast! Es interessiert mich sehr!

 

Ich wünsche Dir einen wunderbaren Tag!

Deine Laura 

 

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Noch mehr Achtsamkeitsübungen für deinen Alltag findest im unteren Teil der Übersicht Achtsamkeit.
Laura

Schön, dass Du da bist!
Ich bin Laura und praktiziere schon seit vielen Jahren Yoga und Meditation. Erst nachdem ich schwierige Zeiten in meinem Leben überstanden hatte, wurde mir klar, wieviel ich dabei meiner Yoga- und Meditationspraxis verdanke. Seitdem ist Ich-will-meditieren.de mein Herzensprojekt.
Ich möchte Dich dazu ermutigen, Dir täglich Zeit für eine individuelle Meditationspraxis zu nehmen, um zu Gelassenheit, innerer Freude und Zufriedenheit zu finden.
Sieh Dich um, fühl Dich wohl und stell mir gerne Deine Fragen.

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