Der Tempel des Goldenen Budddha in Dambulla.
Der Tempel des Goldenen Budddha in Dambulla.

Der Buddhismus ist in Sri Lanka traditionell sehr stark vertreten und stellt die Religion mit den meisten Anhängern im Land dar, wobei sich immer mehr Menschen zur buddhistischen Lehre bekennen. Es wird geschätzt, dass etwa 80 % der Einwohner Sri Anhänger des Buddhas sind, dessen Lehre im 4. Jahrhundert vor Christus ins Land kam. Ein Sohn des indischen Kaisers brachte zu dieser Zeit den Buddhismus mit, und dieser überzeugte den damaligen König von Sri Lanka so sehr, dass er selbst Buddhist wurde und einen Abkömmling von dem Baum der Erkenntnis (Bodhibaum) pflanzen ließ, unter dem Buddha die Erleuchtung erlangt haben soll. Nach einer Welle der Christianisierung erlebte der Buddhismus dann im 19. Jahrhundert noch einmal ein Erstarken in Sri Lanka, und viele Singhalesen wendeten sich ihm zu.

Die in Sri Lanka traditionell hauptsächlich praktizierte Form des Buddhismus heißt Theravada. Hierbei handelt es sich um die älteste heute noch existierende Schultradition des Buddhismus, die heute sonst vor allem noch in Thailand, Myanmar, Kambodscha und Laos praktiziert wird. Teilweise findet man Anhänger dieser Strömung auch in China und Vietnam. Grundlage des Theravada ist das in Pali, einer altindischen Sprache, verfasste Tipitaka. Bei dieser Schriftensammlung handelt es sich um das älteste Kompendium noch erhaltener buddhistischer Texte in einer indischen Sprache. Eine der wichtigsten heiligen buddhistischen Stätten in Sri Lanka ist der sogenannte Zahntempel in Kandy, in dem sich der Überlieferung zufolge einer der Eckzähne des Siddharta Gaudama, genannt Buddha, befinden soll, der bis heute von den Anhängern des Buddhismus als heilige Reliquie verehrt wird.

Bekannt ist Sri Lanka für die vielen buddhistischen Bergklöster, von denen einige auch ausländischen Interessierten Meditationsaufenthalte anbieten. Diese Bergklöster finden sich heute noch vor allem im Westteil des Landes, und dort in der höchsten Konzentration in den Distrikten Kurunaegala, Colombo, Galla und Matara. Aufgrund der langjährigen bewaffneten Konflikte mit den tamilischen Rebellen finden sich im Ostteil des Landes nur noch wenige bewohnte Kloster; von den meisten sind leider nur noch Ruinen erhalten. Überall im Land ist jedoch der neue ökonomische Aufschwung und die Entwicklungsarbeit zu erkennen, die seit Beendigung der militanten Konflikte eingesetzt geleistet wurde, und so werden auch viele der alten Klöster nun renoviert und wieder für den religiösen Gebrauch hergerichtet.

 

Klosteraufenthalte in Sri Lanka

Das Rockhill Hermitage International Meditation Centre in Wegirikanda

Das Rockhill Hermitage Meditationszentrum liegt tief in der zentralen Bergregion Sri Lankas. Die nächstgrößere Stadt ist Kandy, die von Colombo aus gut zu erreichen ist. Die umgebende Natur ist unberührt und bietet beeindruckende Ausblicke sowie die Möglichkeit, die üppige tropische Fauna und Flora des Landes hautnah kennen zu lernen. Es handelt sich um eine non-profit-Einrichtung, die von der Regierung Sri Lankas gefördert wird und sich wohltätigen Zwecken verschrieben hat. Das an einem Berghang gelegene Zentrum besteht aus einem Kloster, einem Bereich für die Männer, einem Bereich für die Nonnen und einem Frauenbereich.

Das Kloster verfügt über eine eigene ständig sprudelnde Trinkwasserquelle. Der Name des Zentrums leitet sich von den zahlreichen Felsblöcken und -vorsprügungen im direkten Umfeld des Klosters ab, die mehrere natürliche Höhlen auf dem Klostergelände bilden, die auch zu Wohn- und Meditationszwecken genutzt werden.

Wer einen Meditationsaufenthalt im Rockhill Hermitage International Meditation Centre verbringen möchte, sollte einen der Meditationskurse buchen, die zu Beginn jeden Monats starten. Alle Kurse dauern zehn Tage und folgen einem fest vorgegebenen Programm. Auf Wunsch ist es jedoch auch möglich, individuelle Klosteraufenthalte zu planen oder einen Meditationsaufenthalt mit unbestimmter Dauer im Rockhill Hermitage anzutreten. Wer nicht an einem der organisierten Kurse teilnehmen möchte, sollte sich vorab mit der Klosterleitung in Verbindung setzen, um die Einzelheiten seines Aufenthalts und besondere Wünsche im Vorhinein planen zu können. Es besteht auch die Möglichkeit, zeitlich mit anderen Gästen einen individuellen Meditationsaufenthalt unter professioneller Anleitung und mit regelmäßiger persönlicher Beratung zu verbringen.

Alle Meditationskurse sind Intensivkurse und werden vom Gründer und Lehrer des Zentrums, Bhante Kassape, durchgeführt. Dieser ist ein sehr erfahrener Meditationslehrer, der die Vipassana- Meditation und den Dhamma bereits seit mehr als 35 Jahren lehrt und regelmäßig Kurse für Einheimische und am Buddhismus interessierte Reisende aus dem Westen abhält. Er unterrichtet sowohl in Singalesisch als auch auf Englisch, wenn ausländische Gäste anwesend sind. Auch im Westen ist Bhante Kassape bekannt, da er in den letzten Jahrzenten viele Länder bereist hat, um Meditationslehrer zu beraten, sie in die buddhistische Praxis einzuführen und Sterbende im Sinne des Buddhismus zu begleiten. Er lebt bis heute unter ganz einfachen Bedingungen in einer Höhle auf dem Gelände des Rockhill Hermitage International Meditation Centre und dient dort als Vorbild für seine Anhänger aus aller Welt sowie die meditierenden Gäste des Klosters.

Das Rockhill Hermitage ist eines der wenigen Zentren für Meditationsaufenthalte in Sri Lanka, wo es für Frauen die Möglichkeit gibt, alleine in einer kleinen Hütte inmitten der unberührten Bergwelt zu wohnen und zu meditieren. Auf dem Gelände, das 15 Hektar umfasst, sind eine Bibliothek mit buddhistischer Literatur für das persönliche Studium und die Vertiefung der Kursinhalte sowie mehrere Höhlen vorhanden. Diese eignen sich hervorragend, um mit Blick auf die umliegenden Berge ungestört zu meditieren.
Für die angeleiteten Meditationskurse stehen mehrere Unterrichtshäuser zur Verfügung, und es gibt eine große Meditationshalle für die Gruppenübungen.

Das Programm im Rockhill Hermitage umfasst neben Intensiv- Meditationskursen auch Kurse, die sich mit den zentralen Inhalten des Buddhismus befassen sowie regelmäßig stattfindende traditionelle buddhistische kulturelle Aktivitäten, an denen auch die Gäste des Klosters teilnehmen können. Es wird erwartet, dass sich die Gäste des Klosters an die buddhistischen Regeln der Vipassana- Tradition anpassen. Dazu gehört, dass keine Medikamente oder Drogen eingenommen und kein Alkohol getrunken wird. Es ist untersagt, das Kloster während des Meditationsaufenthalts zu verlassen, Gäste zu empfangen, Musik zu hören oder selbst Musik zu machen. Diese Regel dient der Minimierung sensorischer Einflüsse von außen und der vollkommenen Besinnung auf den Geist. Der Aufenthalt sollte schweigend verbracht und alles Reden dem Lehrer überlassen werden. Die Kleiderordnung sieht einfache, bequeme, nicht zu freizügige Kleidung vor. Die meisten Gäste des Klosters werden in Gemeinschaftsräumen untergebracht, und es werden zwei vegetarische Mahlzeiten pro Tag serviert, Frühstück und Mittagessen. Nach dem Mittagessen solltest du keine feste Nahrung mehr zu dir nehmen.

Jeder Tag im Rockhill Hermitage beginnt um 5.45 Uhr mit einem Glockenläuten. Noch vor dem Frühstück meditiert jeder Schüler eine Stunde lang, entweder in der Meditationshalle oder in seinem Zimmer. In den Gebäuden gibt es Kaltwasserduschen, die gemeinschaftlich genutzt werden. An sonnigen, warmen Tagen gibt es teilweise auch die Möglichkeit, draußen zu baden. Es folgen das Frühstück und verschiedene Gruppenkurse zu Meditationspraktiken, Gehmeditation, Puja etc. Nach dem Mittagessen findet noch eine Teepause statt. Ab 21.30 Uhr sollten die Meditierenden sich in ihre Schlafräume zurückziehen.

Was die Kosten angeht, so operiert das Rockhill Hermitage Meditation Centre auf Spendenbasis und es steht jedem Gast offen, das Kloster nach eigenem Dafürhalten mit einer finanziellen Spende zu unterstützen. Ein Mindestbetrag von 10 US-Dollar pro Tag sollte jedoch eingehalten werden.

  • Zur Webseite des Rockhill Hermitag International Meditation Centre in Wegirikanda gelangst du hier

 

Das Meetirigala Nissarana Vanaya Kloster in Nissarna Vanaya

Eines der bekanntesten Klöster, das authentische Meditationsaufenthalte in Sri Lanka anbietet, ist das Meetirigala Nissarana Vanaya Kloster, das seit 1968 besteht und ebenfalls in der Tradition der buddhistischen Bergklöster geführt wird. Gründer war Asoka Weeraratna, der auch die Deutsche Dharmaduta- Gesellschaft sowie den Berliner Buddhistischen Vihara gegründet hat und der nach der Gründung selbst als Mönch unter dem Namen Meetirigala Dhammanisanthi Thero in den buddhistischen Orden eingetreten ist. Lange Jahre wurde das Kloster von dem von vielen verehrten buddhistischen Lehrer Matara Sri Nanarama Mahathera, Autor von Büchern wie „Sieben Stufen der Reinigung“ und „Sieben Kontemplationen“, geleitet.

In Sri Lanka prallen Moderne und Tradition oft aufeinander (hier in Colombo).
In Sri Lanka prallen Moderne und Tradition oft aufeinander (hier in Colombo).

Der gegenwärtige Klostervorsteher, Uda Eriyagama Dhammajiva Maha Thero, hat ebenfalls eine umfangreiche Meditationsausbildung und gilt als Meister sowohl in der Samatha- als auch der Vipassana- Meditationslehre. Er spricht fließend Singhalesisch, Englisch und Burmesisch und hat viele wichtige Meditationsbücher aus dem Burmesischen ins Englische sowie Singhalesische übersetzt sowie selbst in englischer und singhalesischer Sprache zum Thema Meditation publiziert. Er gibt regelmäßig Meditationskurse in Australien, Neuseeland, dem Vereinigten Königreich, Singapur, Burma, den Vereinigten Staaten, Deutschland und Kanada, sowohl in englischer als auch in singhalesischer Sprache. Zurzeit liegen mehr als 40 Werke von ihm vor, die meisten zur Meditation in der buddhistischen Theravada- Tradition.

Das Meetirigala Kloster liegt in Nissarana Vanaya und ist von den Städten Colombo, Ratnapura, Kandy und Gampaha aus leicht zu erreichen. Von Colombo aus beispielsweise sind es nur 49 km. Wer öffentliche Verkehrsmittel benutzt, muss unterwegs mehrfach in kleineren Ortschaften umsteigen, sodass du genug Zeit einplanen solltest, wenn du rechtzeitig zum Programmbeginn deines Meditationsaufenthaltes am Kloster angelangen willst.

Unter der Leitung von Dhammajiva Maha Thero wurde angrenzend an das Kloster ein moderner Gebäudekomplex erbaut, in dem etwa 50 Besucher gleichzeitig für einen Meditationsaufenthalt unterkommen können. Angeboten werden Kurse in Samatha- und Vipassana- Meditation, die beide der buddhistischen Theravada- Tradition folgen. Das Programm umfasst Meditationstrainings sowie zahlreiche Möglichkeiten, die erlernten Techniken intensiv zu üben. Es gibt einen festen Zeitplan, an den sich jeder Gast halten sollte, der einen Meditationsaufenthalt im Meetirigala Nissarana Vanaya Kloster verbringt. In diesem wechseln sich vor allem Einheiten zu Sitz- und Gehmeditationen in der Satipatthana- Praxis ab, die durch ein tägliches persönliches Gespräch mit dem Lehrer zu den individuellen Schwierigkeiten und Fortschritten sowie Dhamma- Gesprächen ergänzt werden.

Unterrichtssprache in allen Einheiten ist sowohl Englisch als auch Singhalesisch. Ein besonderer Fokus liegt auf der Achtsamkeit, die von den Gästen in Form der Wahrnehmung von physischen und mentalen Objekten sowie von alltäglichen Handlungen praktiziert und geübt wird. Für alle Teilnehmer an einem Meditationsaufenthalt gilt das Schweigegebot, das jegliche Form der Kommunikation, sei es verbal oder in Schriftform, untersagt. Dies gilt auch für die Kommunikation via Telefon oder Internet. Ausgenommen sind natürlich Notfälle sowie die Gespräche mit dem Lehrer.

Das Angebot an Meditationsaufenthalten im Meetirigala Nissarana Vanaya ist kostenlos, da sich das Kloster dem buddhistischen Grundsatz der Großzügigkeit verpflichtet fühlt. Spenden sind erwünscht und werden ausschließlich zur Erhaltung des Klosters und der Versorgung der Gäste aus aller Welt sowie dem Unterhalt der dauerhaft im Zentrum lebenden Mönche verwendet, das heißt für Ausgaben für Nahrungsmittel, Kleidung, Medizin und bauliche Maßnahmen. Es ist nicht Ziel der Mönche, durch die Meditationsaufenthalte einen Gewinn zu erzielen.

  • Zur Webseite des Meetirigala Nissarana Vanaya Klosters in Nissarna Vanaya gelangst du hier

 

Das Kanduboda Siyane International Insight Meditation Center

Das Siyane Meditation Center in Kanduboda wurde bereits im Jahr 1956 zum Gedenken an das Eintreten Buddhas in diese Welt vor 2.500 Jahren unter der Leitung von Mahasi Sayadaw, einem bekannten Meditationsmeister aus Burma (Myanmar), gegründet. Zu diesem Zeitpunkt fand in ganz Sri Lanka eine Rückbesinnung auf die alte Tradition der Vipassana- Meditation statt. Das Siyane International Meditation Center befindet sich in Kanduboda, einem ruhigen, als vornehm geltenden Vorort von Colombo, etwa 25 km vom Zentrum entfernt, und ist sehr leicht zu erreichen. Am besten nimmt man den Bus Nr. 224 (Route Colombo – Pugoda), der am zentralen Busbahnhof von Colombo startet. Auf diese Weise gelangt man in 1- 1,5 h nach Kanduboda. Eine Alternative ist die Wahl eines Taxis, das die Besucher in etwa einer halben Stunde von Colombo aus zum Zentrum bringt. Vom Flughafen Colombo aus braucht ein Taxi etwa eine Stunde; eine direkte Busverbindung besteht hier nicht, sodass zunächst ins Zentrum fahren sollte, wer mit dem Bus anreisen möchte.

Teetrinken ist bei Vipassana auch ein Bestandteil der täglichen Meditationspraxis.
Teetrinken ist bei Vipassana auch ein Bestandteil der täglichen Meditationspraxis.

Das umfangreiche Kursprogramm des Zentrums ist auf Meditationsaufenthalte von mehreren Wochen bis hin zu mehreren Monaten ausgelegt. Der Beginn der einzelnen Kurse ist dabei über das ganze Jahr verteilt, sodass ein Besuch in Kanduboda grundsätzlich zu jeder gewünschten Jahreszeit möglich ist. Das Zentrum bietet verschiedene Programme für Besucher aus aller Welt an, die ihre innere Quelle der Weisheit durch Vipassana- (Einsichts-) Meditation für sich entdecken und nutzen wollen. Alle Meditationen werden hier im Stil von Mahasi Sayadaw aus Burma durchgeführt. Einer der Schwerpunkte der Vipassana- Meditation ist die Achtsamkeit, die die Gäste des Zentrums von morgens bis abends intensiv üben sollen.

Idealerweise hast du als Teilnehmer an den Meditationskursen bereits Vorkenntnisse und praktizierst regelmäßig, am besten täglich, eine bestimmte Meditationsart. Diese Routine im Umgang mit dem „Sitzen“, sei es für eine volle Stunde oder auch nur einige Minuten pro Tag, wird von den Lehrern als Voraussetzung für einen gelungenen Meditationsaufenthalt angesehen. Im Siyane International Insight Meditation Center ist man der Überzeugung, dass nur während eines intensiven, mehrwöchigen Meditationsaufenthaltes eine nachhaltige und effektive Weiterentwicklung der eigenen Praxis und dadurch in der Folge ein bedeutsamer spiritueller Fortschritt beim Meditieren möglich ist. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die angeleiteten Meditationskurse vor Ort eine ideale Gelegenheit.

Das Siyane International Insight Meditation Center kann bis zu 70 Meditierende gleichzeitig in seinen Wohnhäusern unterbringen. Diese bieten einfache, saubere Schlafmöglichkeiten sowie gemeinschaftlich genutzte Sanitäreinrichtungen. Alle Teilnehmer am Meditationsprogramm folgen einem festen Tagesablauf, der um 4 Uhr morgens mit dem Weckruf und der ersten Meditation beginnt und sich, unterbrochen von den Mahlzeiten sowie kleinerer Pausen, bis ca. 22 Uhr abends fortsetzt. Als erste Mahlzeit des Tages wird ein einfacher Getreidebrei mit Kräutern gereicht. Später erhalten alle Besucher ein leichtes vegetarisches Frühstück sowie ein vegetarisches, einfaches Mittagessen. Für abends ist keine Mahlzeit vorgesehen, was bei der Tagesplanung berücksichtigt werden sollte. Die Gegenstände des täglichen Bedarfs sind von den Besuchern selbst mitzubringen, da das Zentrum während des Meditationsaufenthaltes nicht mehr verlassen werden sollte.

Es werden keine Fixkosten für Unterbringung, Verpflegung und das Kursprogramm verlangt, da das Meditationszentrum aus Spenden operiert. Dabei wird normalerweise eine Spende als angemessen betrachtet, die dem Betrag entspricht, der für die Verpflegung der dauerhaft im Zentrum lebenden Mönche sowie der zeitweilig anwesenden Yogis und anderen Besucher an einem bestimmten Tag des Jahres benötigt wird.

  • Zur Webseite des Kanduboda Siyane International Insight Meditation Center in Kanduboda gelangst du hier

 

Das Nilambe Buddhist Meditation Centre

Seit den 1970er Jahren genießt das Nilambe Buddhist Meditation Centre einen ausgezeichneten Ruf, der maßgeblich durch die friedvolle, tolerante Atmosphäre des Zentrums sowie die beeindruckende Persönlichkeit seines Leiters, Godwin Samaratatna, begründet wurde. Viele Besucher aus Ost und West kamen immer wieder, um ihn und seine legendären Meditationskurse zu erleben. Auch reiste er in viele Länder der Welt, darunter Deutschland, Südafrika, das Vereinigte Königreich und die Schweiz, um den Menschen dort seine Auffassung der Meditation näher zu bringen. Dabei bot er unter anderem auch Kurse für christliche Pfarrer an.

Noch heute gedenkt das Nilambe Meditationszentrum seiner Person, und der heute dort hauptsächlich unterrichtenden Lehrer, Upul Nishantha Gamage, folgt weitestgehend seiner Auslegung der buddhistischen Lehre. Gamage selbst begann bereits im Alter von 13 Jahren mit seiner Meditationspraxis und dient vielen Lernenden heute als Vorbild. Er hat bereits tausende von Schülern durch seine Kurse begleitet und wird immer wieder eingeladen, bei internationalen Veranstaltungen zu sprechen. Außerdem hält er in Sri Lanka auch Meditationskurse in Gefängnissen, Schulen, Klöstern und Privathäusern ab. Besonderen Wert legt er auf die achtsame Wahrnehmung aller alltäglichen Verrichtungen, um einen besseren Zugang zum inneren Selbst zu bekommen.

Das Zentrum liegt auf einem weitläufigen Gelände, auf dem früher Tee, Kaffee und Gewürze angebaut wurden, in der Nähe der Ortschaft Nilambe. Diese ist von der Stadt Kandy aus mit dem Taxi oder dem Bus in etwa 1,5 h zu erreichen. Von Kandy aus nimmt man ein dann erneut ein Taxi, das einen durch die weitläufigen Teeplantagen der Umgebung zum Zentrum bringt.

Meditation in Bewegung: Gehmeditation, ein Modul von GBMR.
Meditation in Bewegung: Gehmeditation, ein Modul von GBMR.

Während des Meditationsaufenthaltes gilt ein fester Tagesplan, der jeden Tag auf gleiche Weise strukturiert. Alle Besucher des Zentrums werden um 04.45 Uhr durch einen Weckgong geweckt und nehmen anschließend an einer angeleiteten Meditationssitzung teil. Gegen 6.00 Uhr morgens wird ein Tee gereicht, woraufhin sich jeder Teilnehmer des Kursprogramms in einer privaten Gehmeditation übt. Es folgen das Frühstück, Arbeitsmeditation und angeleitete Gruppenmeditationen, in denen das achtsame Stehen, Sitzen und Gehen gemeinsam geübt werden. Eine Stunde pro Tag ist für die individuelle Meditation im Freien vorgesehen. Nach dem Mittagessen gibt es Gelegenheit zu persönlicher Reflektion und Erholung. Bis zum Abend finden verschiedene Gruppenmeditationen und erneut ein gemeinsames Teetrinken statt.

Beachte, dass das Meditationszentrum wie die meisten buddhistischen Einrichtungen kein Abendessen, höchstens einen Snack, vorsehen. Nach diesem haben die Besucher des Zentrums die Möglichkeit, an einer abschließenden Gruppenmeditation sowie buddhistischen spirituellen Gesängen teilzunehmen. Um 20 Uhr ziehen sich alle Teilnehmer zur Reflektion des Tages auf ihr Zimmer zurück oder nehmen an einer Gruppendiskussion teil. Ab 21 Uhr herrscht Bettruhe.

Aufgrund des großen Andrangs im Nilambe Meditation Centre darf jeder Besucher nur maximal zwei Meditationsaufenthalte dort absolvieren. Die übliche Dauer eines solchen Aufenthaltes beträgt eine Woche; es ist jedoch möglich, auf individuellen Wunsch hin einen längeren Aufenthalt zu planen. In diesem Fall sollte eine individuelle Reservierung vorgenommen und mit der Leitung abgestimmt werden. Es stehen sowohl Kurse in Singhalesisch als auch in englischer Sprache zur Auswahl. Neben Upul Nishantha Gamage kommen immer wieder auch andere, bekannte Meditationsmeister ins Zentrum, um Kurse abzuhalten.

  • Zur Webseite des Nilambe Meditationszentrums gelangst du hier

 

Tipps zu einem gelungenen Meditationsaufenthalt in Sri Lanka

Das Klima im südwestlichen, tiefer gelegenen Teil Sri Lankas kann als tropisch beschrieben werden, ist also von feuchten und heißen Wetterverhältnissen geprägt. Vor allem in den Monaten März und April wird ausländischen Reisenden, die dieses Klima noch nicht gewohnt sind, mächtig eingeheizt- viele fühlen sich wie in einer Dampfsauna. Während es im Ostteil des Landes in den Tiefebenen eine Trockenzeit in den Monaten Mai bis Oktober gibt, wird der tiefere Südwesten als “feuchte Zone” bezeichnet, die zweimal im Jahr einen Monsun erlebt (den ersten in den Monaten Mai – Juni und den zweiten zwischen November und Dezember). Hier kommt es häufig vor, dass gewaschene Wäsche tagelang nicht trocken wird.

Die trockensten Gebiete befinden sich im Norden sowie dem tiefen Süden Sri Lankas. Auch in diesen Landesteilen ist es stets sehr warm, aber bei weitem nicht so feucht wie in der “feuchten Zone”. Bei der Planung deines Meditationsaufenthaltes in Sri Lanka solltest du also sowohl bei der Auswahl der Region als auch der Jahreszeit darauf achten, dass deine persönlichen Vorlieben, was das Klima angeht, erfüllt werden. Viele westliche Touristen bevorzugen die höher gelegenen Bergregionen des Landes, wo es weniger heiß und das Klima nicht ganz so feucht ist.

Im Umgang mit den Singhalesen (auch den Mönchen) solltest du es als Gast des Landes eher vermeiden, den zurückliegenden bewaffneten Konflikt zu erwähnen, da dies als unhöflich empfunden wird und zu Verstimmungen auf Seiten des Gastgebers führen kann. Vor allem in den größeren Städten und Colombo sprechen viele Einheimische aufgrund der Vergangenheit Sri Lankas als britische Kolonie Englisch, was die Kommunikation erleichtert. Auch gibt es in allen größeren Klöstern und Meditationszentren mindestens einen Mönch, der Englisch spricht und übersetzen kann.

9 Antworten

  1. Sabine

    Hallo Oliver,
    vielen Dank für diesen sehr informativen Artikel! Ich habe dennoch eine Frage und habe die Hoffnung, dass du mir vielleicht noch einen Tipp geben könntest. Ich würde gerne für eine längere Zeit in ein Kloster gehen, also d.h eine Zeit zwischen 3 – 6 Monaten. Ist so ein langer Aufenthalt für Laien (mit Klostererfahrung) möglich. Ist eine Ordination zur Novizin angeraten? Und kannst du dafür vielleicht auch ein Kloster empfehlen? Vielen Dank! Sabine

  2. Nele

    Hallo, ich bin ein Meditieranfänger, aber möchte auch gerne für eine Woche in einem Kloster in Sri Lanka Meditieren. Ich würde das Meditieren gerne mit Yoga und auch Teeritualen verbinden, gibt es da eine Möglichkeit?

    • Oliver

      Hallo Nele,

      die Verbindung von Meditation und Teeritualen ist mir eigentlich nur aus dem Zen-Buddhismus bekannt, also aus Korea und Japan. In Sri Lanka weiß ich da leider nichts! Aber vielleicht kann ja ein anderer Leser oder Leserin hier weiterhelfen?

      • Nele

        Vielen Dank für deine Antwort 🙂
        Wichtiger als die Teerituale ist mir aber auch das Yoga, weißt du von einem Kloster in dem neben dem Meditieren auch Yoga praktiziert wird?
        LG Nele

  3. Mamun

    Hallo Oliver,

    Ich bin ein Meditations-beginner.
    Würdest du persönlich für Neulinge, Vipasana bei Dhamma oder ein Retreat bei Nilambe empfehlen?
    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße,

    • Oliver

      Hallo Mamaun,

      eine strikte Schweigemeditation nach Goenka, wie sie von Dhamma angeboten wird, würde ich nicht unbedingt für Einsteiger empfehlen, oder wenn überhaupt für 3 und nicht 10 Tage. Somit würde ich Nilambe empfehlen. Alles Gute und bitte berichte von deinen Erfahrungen!

      • Felix

        Hallo Oliver,

        danke für diesen hilfreichen Artikel! Ich plane einen Retreat auf Sri Lanka und da würde ich gerne wissen, weshalb du den Goenka 10 Tages Kurs für Einsteiger eher nicht empfehlen würdest.

        Da ich selbst noch nicht so lange meditiere (ca. ein Jahr), heute mit täglicher Praxis, bin ich mir nicht so sicher. Ich kann schon eine Weile sitzen, aber nach einer Stunde wird es kritisch – wenn es das ist. Wenn es also auch ein paar Gehmeditationen gäbe wäre das sicherlich gut 🙂

        Weißt du ob es auch möglich ist sich vor Ort zu registrieren? Ich plane erst ein paar Wochen vorher zu Reisen und könnte mich persönlich vorstellen und mir die Klöster anschauen. Im Anschluß würde ich gerne einen 7-10 Tages Kurs besuchen.

        Danke für deine Hilfe!

        • Oliver

          Hallo Felix,

          die 10 Tages Kurse nach Goenka können für Einsteiger recht fordernd sein – du musst davon ausgehen, 12-14 Stunden am Tag zu meditieren, hier ist aber auch Gehmeditation mit eingeschlossen. Das kann gerade für Anfänger natürlich sehr anstrengend und auch demotivierend sein. Ich bin da eher für eine langsame Steigerung und auch kein Freund von solchen Intensivkursen.
          Du kannst dich bei vielen Klöstern auch vor Ort anmelden, ja. Wenn mit dem Visum alles geregelt gibt (du also kein Meditationsvisum für einen mehrmonatigen Aufenthalt brauchst) dürftest du damit gute Erfolgschancen haben.

          Alles Gute!

          • Felix

            Vielen Dank für deine Antwort und Tipps! Vielleicht hast du ja nochmal nen Tipp 🙂

            Ich werde nächste Woche für 10 Tage einen Retreat machen aber bin mir nicht sicher wohin.
            Entweder Kanduboda oder Rockhill stehen zur Auswahl. Welches würdest du mir empfehlen?

            Ein guter Lehrer und Ruhe glaube wären glaube ich ganz gut für mich. Da Kanduboda an der Straße liegt und 70 Leute Platz haben, tendiere ich daher eher zu Rockhill.

            Weißt du ob die Unterbringungen sich unterscheiden? Ich rechne Mal mit ziemlich einfach 🙂

            Dankeschön!

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.