So baust Du das Gefühl der Müdigkeit in Deine Meditation ein

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Müdigkeit unterdrücken? Nein - aktiv für die Meditation nutzen.
Müdigkeit unterdrücken? Nein – aktiv für die Meditation nutzen.

Eine der größten Herausforderungen beim Meditieren ist die Müdigkeit. Ein Gefühl, das sich nicht einfach verdrängen lässt und anzeigt, das unserem Körper etwas fehlt. Müdigkeit ist ein deutliches Signal, um verstärkt auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Wir sollten dieses Gefühl wahrnehmen und mit Einsatz der Sinne, mit Denken, Fühlen und Wollen, die oft durch Hektik und hohe Anforderungen vernachlässigte innere Wirklichkeit fördern.

 

Erkläre die Müdigkeit zu Deinem Meditationsobjekt

Jeder von uns kennt das Phänomen der Müdigkeit. Eine innere Schwere, wie Blei, legt sich über uns. Wir sind hundemüde und verspüren ein massives Schlafbedürfnis. Was steckt hinter dieser Müdigkeit? War es der lange Arbeitstag, eine zu kurze Nacht oder intensive Denkprozesse, die dazu führten?

Das sagt ein Mönch zur Meditation bei Müdigkeit:

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Spüre einmal in Dich hinein und werde Dir darüber bewusst, dass Müdigkeit ein Gefühl ist, das wahrgenommen werden möchte. Fühlt sich Deine Müdigkeit eher dumpf an oder ist sie ein Zeichen von Verträumtheit oder Mangel an Konzentration? Differenten Gründen kannst Du mit unterschiedlichen Maßnahmen begegnen. Mittels Meditation kann es durchaus gelingen, die Müdigkeit als ein Gefühl anzuerkennen, das präsent ist und beachtet werden möchte. Wobei du die Empfindungen, welche mit diesem Gefühl verbunden sind, genau beobachten solltest. Vielleicht wäre eine gute Portion Schlaf tatsächlich angebrachter, als eine Meditationseinheit. Besteht im Hintergrund ein Schlafbedürfnis, das sich wiederholt bei der Meditation meldet, dann solltest Du auch konsequent sein und Dich hinlegen. Es macht wenig Sinn bei der Meditation im Halbschlaf vor sich hinzudösen.

Beobachtest Du jedoch deine Müdigkeit als eine Art Widerstand gegen die Meditation, kann es Dir mit bewusster Hinwendung gelingen, dieses Gefühl aufzulösen.

Sei es Unruhe, unangenehme Gefühle oder eben Müdigkeit- mit zunehmenden Meditationsübungen verringern sich diese Gefühlsebenen und treten nur noch in Ansätzen auf. Über die Atmung in der richtigen Haltung erforscht Du und akzeptiert letztendlich Deine Müdigkeit, bevor sie gänzlich schwindet.

In der Meditation geht es also nicht nur um Ruhe, sondern auch um aktives Suchen, Erkenntnisstreben und Sammlungskonzentration. Dabei ist ein mittleres Maß an körperlicher uns seelischer Entspannung zu Beginn der meditativen Aktivität förderlich.

Stelle dir zunächst folgende Fragen: Hat die bleierne Schwere in Deinem Körper ein Zentrum? Wo genau sitzt sie? Möchte Dir Dein Körper eine hintergründige Botschaft mitteilen? An dieser Stelle darfst Du dem Bedürfnis nach Müdigkeit nicht nachgeben, sondern solltest mit der Meditation fortfahren. Beobachte mit Akzeptanz, gleichmütiger Achtsamkeit und Interesse die Empfindungen Deiner Müdigkeit. Mit wachem Geist spürst Du ihr in Deinem Körper nach und arbeitest mit dem, was gerade ist. Du gehst ihr auf den Grund und bringst Selbsterkenntnisse hervor. Genügen allein die geistigen Mittel achtsamer Zuwendung nicht, um die auftauchende Schwere aufzulösen, dann hast Du auch die Möglichkeit meditative körperliche Übungen zu praktizieren.

 

Fühle Deine Müdigkeit und meditiere achtsam

Hypnotisch und unwiderstehlich begegnet uns die Müdigkeit. Mittels Meditation versuchen wir, Widerstand zu leisten und dennoch überwältigt uns das ermüdende Gefühl. Fest steht, mit einem völlig übermüdeten Körper zu meditieren, fällt sehr schwer. In solchen Momenten solltest Du nicht versuchen eine Abwehr gegen dieses Gefühl aufzubauen. Der meditative Weg wird dich eher dazu bewegen, dein Gefühl intensiv wahrzunehmen.

Vielleicht helfen Dir die folgenden Gedanken, das Gefühl der Müdigkeit in die Meditation einzubauen.

 

Bevor Du mit der eigentlichen Meditation beginnst, aktiviere Deine Körperenergie:

  • Nutze jede Aktivität die Deinen Körper lebendig und warm macht. Hüpfe, schüttel dich, tanze oder jogge einmal um den Block. Die Fünf Tibeter oder Yoga sind ebenfalls gute Übungen, mit denen Du dich auf eine stille Meditation vorbereiten kannst.
  • Atme ein paar Minuten kräftig tief ein und aus und lasse dabei Deinen ganzen Körper mitgehen.
  • Nutze Mantras. Du wiederholst eine verbale Formel oder einfach einen Klang wie „Aum“. So erreichst Du Zustände wie Freude, Heiterkeit, Gemütsruhe, Einstimmung und Gelassenheit. Du erfährst Macht über äußerliche Hindernisse.
  • Eine Massage fördert den wohltuenden Verlauf zur Meditation. Achte dabei nicht nur auf den Nacken-und Schulterbereich, sondern schenke auch den Gesichtsmuskeln Aufmerksamkeit. Gerade im Kopfbereich hält sich die Müdigkeit gern fest.

 

Nun probiere Deine aktive Meditationstechnik aus:

Du darfst Deine Sitzposition verändern, dich leise bewegen und strecken. Eine gute Wahl ist Hatha-Yoga, wo sich die gegensätzlichen Energien von Körper, Seele und Geist harmonisieren. Aufbauende und heilende Kräfte in Körper und Seele werden geweckt.

Du erreichst dies durch eine Verknüpfung von Atmung, Körperübung und Konzentration.
Übe dich zuvor in der Ha-Atmung. Deine Füße stehen etwa 30 Zentimeter auseinander und du atmest vorbereitend aus. Nun atmest Du ein und hebst gleichzeitig die locker gestreckten Arme über die Seite in die Senkrechte. Atme nun aus und lasse den Oberkörper und die Arme entspannt nach vorne fallen. Stoße gleichzeitig ein hörbares „Ha“ aus. Mit der Einatmung richtest Du den Körper wieder auf und führst die Arme senkrecht nach oben. Diese Übung führst Du dreimal aus. Nach der dritten Ha-Atmung richtest Du mit der Einatmung den Oberkörper auf, führst die Arme senkrecht nach oben und lässt sie mit der Ausatmung vor dem Körper sinken. Die Übung wirkt kreislaufanregend und unterstützt Dein Vorhaben, die Müdigkeit in der Meditation einzubringen.

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