Meditieren in der Öffentlichkeit – Schnellere Fortschritte inklusive

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Meditation, wo man gerade ist: Das muss keine Notlösung sein.
Meditation, wo man gerade ist: Das muss keine Notlösung sein.

Seitdem ich in Hongkong lebe, habe ich es mir angewöhnt, im Freien zu meditieren. Das liegt zum einen an den beengten räumlichen Verhältnissen in der Stadt mit den höchsten Mieten weltweit – ein 3 qm-Raum, der mir als einzige Möglichkeit zu Meditation zur Verfügung steht, erzeugt einfach nicht die ideale Stimmung für die tägliche Meditation.

Die Verhältnisse, im nahe an unserem Apartment gelegenen Kowloon Walled City Park zu meditieren, sind hingegen ideal: Ein klassisch chinesischer Park mit wunderschönen Säulengängen, Bächen, über die kleine Steinbrücke führen und kleine tempelartige Gebäude, unter denen man selbst bei Regen einen stimmungsvollen Platz zum Meditieren findet. Auf dem Vorplatz des Tempels, auf dem ich fast jeden Tag meditiere, stehen, sitzen oder laufen eigentlich immer junge oder alte Hongkonger meditierend, Tai chi oder Qi Gong praktizierend oder atonale Gesänge rezitierend. Somit ist es nichts Ungewöhnliches, was ich hier mache und ich falle höchstens durch meine Hautfarbe auf.

 

Meditation im Park oder der U-Bahn

Es gibt allerdings auch einen dritten Grund, der dazu geführt hat, Ihnen den Tipp zu geben, auch in Deutschland einfach mal im Park, in der U-Bahn oder beim Arzt im Wartezimmer zu meditieren: Es hilft Ihnen, schnellere Fortschritte zu machen! Ich habe gemerkt,dass es mir am Anfang durchaus schwer fiel, zwischen all den anderen Meditierenden, aber auch den Touristen und teilweise riesigen Horden von Schülern, die den Park besichtigen, weiterhin in der Meditationshaltung zu verharren und nicht genervt mein Meditationskissen zu packen und mich wieder in mein Zimmerchen zurückzuziehen.

Dadurch, dass ich die Störgeräusche aus meiner Umgebung (Stimmen, Singen, Kofferradio) in meine Meditation einbaute – nicht wertend, nur achtsam bemerkend – wurden diese Störgeräusche irgendwann immer weniger störend. Ich nahm sie nur noch als Hintergrundrauschen wahr, der nicht mehr zu mir vordringen konnte.

 

Der Kowloon Walled City Park in Hongkong.
Der Kowloon Walled City Park in Hongkong.

 

Den inneren Lautstärkeregler runterdrehen

Doch das Erstaunliche bemerkte ich erst nach wenigen Tagen – auch wenn ich nicht meditierte und mich in der niemals zur Ruhe kommenden Metropole Hongkong bewegte, ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß, nahm ich die Lautstärke des Alltags in Hongkongs und sogar das immer vorhandene laute Summen der Klimaanlagen immer weniger wahr.

Stattdessen kann ich mich nun auf das konzentrieren, was wichtig ist – die Zeit hier in Hongkong auszukosten – und meine Meditationserfahrungen auszuweiten.

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