This topic contains 7 replies, has 4 voices, and was last updated by  Chiara 2 months, 2 weeks ago.

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  • #2823

    Eckhard Schwader
    Participant

    Guten Abend, ich freue mich diese Seite gefunden zu haben!!! Können Sie mir Auskunft geben, ichbin schon über 70 Jahre alt.habe nie in meinem Leben meditiert. Ich möchte es versuchen, da ich unruhig bin, schlecht einschlafe, nervös. Geht das auch bei den Älteren noch? Danke!!

    #2829

    BeHo
    Participant

    Guten Abend Eckhard,

    vielen Dank für Deinen Beitrag.

    Zum Thema „Alter“:
    Das Meditation auch im Alter machbar ist, beweisen beispielsweise buddhistische Mönche. Sicherlich ergeben sich altersbedingte Einschränkungen, so dass ein Lotussitz oft nicht mehr gelingen mag. Deswegen gibt es beispielsweise für Senioren entsprechend angepasste Übungen. Beispiel (leider nur in Englisch): https://www.youtube.com/watch?v=yl2fgE8A0N8

    Zum Thema „Schlafstörungen und (innerer) Unruhe“:
    Meditation kann selbstverständlich zur Beruhigung von Geist und Körper (psycho-somatische Einheit) positiv beitragen. Bitte beachte, dass Schlafstörungen und Unruhe auch körperliche Ursachen haben können bzw. Nebenwirkungen von Medikamenten sein können. Deswegen ist ein Check vom Arzt sicherlich empfehlenswert, ebenfalls die Klärung Deiner „Schlafhygiene“.

    Zum Thema „unbewusste Meditation“:
    Meditation kann in vielen unterschiedlichen Arten praktiziert werden. Und sicherlich hast auch Du schon öfters meditiert, ohne Dir darüber bewusst geworden zu sein. Gedankenlose Momente beim Sonnenuntergang, gedankenlose Momente bei der Betrachtung des Himmels, der Berge, etc.. Und sicherlich hast Du in diesen Momenten eine geistige und körperliche Entspannung erfahren? Konntest Du frei und unblockiert Atmen? Waren Deine Schultern entspannt? War Dein Bauch entspannt? Hattest Du kein Zeitgefühl und auch kein Kritikbedürfnis?

    Würde mich über Deine Antwort oder weitere Fragen freuen.
    Viel Spaß beim Meditieren …

    Liebe Grüße, der BeHo.

    #2855

    Eckhard Schwader
    Participant

    Gutentag Beho, herzlichsten Dank für Ihre Information!!es hat mir auch das Gefühl der Bestärkung geben, ich habe niemanden mit dem ich über Meditation reden kann,meine Bekannten zeigen kein Interesse an Meditation, aber ich habe sie auch nicht darauf angesprochen. bin meinem alter entsprechend gesund,mein Arzt nimmt regelmäßig mein Blut und außer der Unruhe,meinem schlechten Schlaf fehlt mir nichts!Was meinenSIe mit Schlafhygiene?
    ich versuche mich in meinem Sessel auf meinen Atem zu hören. Meine Frage an Sie: muss die Meditation abends sein, damit sie sich auf meinen Schlaf wirkt?
    Unbewusste Meditation ist also vielleicht dass ich in unserer Grünanlage sitze. es gibt viele Büsche mit Vögelten dort.
    Herzlichen Dank für Ihre Unterstutzung
    Ihr E. Schwader

    #2856

    BeHo
    Participant

    Guten Abend Eckhard,

    vielen Dank für Deine Antwort und den Informationen.

    Zur Meditation:
    Meditation kann zu jeder Tages- und Nachtzeit praktiziert werden. Manche praktizieren Meditation gleich am Morgen nach dem Aufstehen (Bsp. Sitz/Atem-Meditation beim Sonnenaufgang), andere auf den Arbeitsweg (Geh-Meditation) oder in der S-Bahn (z.B. Kontemplation, Chakra-Meditation). Einige Menschen praktizieren ZEN als Grundhaltung und sind stets achtsam (beim Essen, beim Sitzen, beim Gehen, beim Bogenschießen, beim Papierfalten, bei Gartenarbeiten, etc.). Andere wiederum praktizieren Vipassana und nehmen an einem 10-Tage-Retreat teil. Manche Menschen praktizieren den Bodyscan oder betreiben Yoga als körperbasierte Form der Meditation … andere fühlen sich bei Vollmond am wohlsten und praktizieren ihre Atem-Meditation …

    Die Wege sind ganz unterschiedlich, das Ziel jedoch immer gleich: Beruhigung des Geistes.
    Da Geist und Körper eine Einheit bilden (psycho-somatische Einheit) wirkt ein beruhigter Geist auch entspannend auf den Körper (und auf das Nervensystem).

    Welcher Weg für Dich am besten ist, kann ich Dir leider nicht sagen – das musst Du selbst herausfinden indem Du es einfach ausprobierst. Im Garten sitzen und den Vögeln zusehen/zuhören ist sicherlich ein guter Anfang. Für den Einstieg in die Meditation ist ein Lehrer sicherlich von Vorteil.

    Vielleicht gibt Dir das folgende Video etwas Inspiration:

    Zur „Schlafhygiene“:
    Unter Schlafhygiene versteht man Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen, damit ein gesunder und erholsamer Schlaf ermöglicht wird bzw. Schlafstörungen behoben oder vermieden werden können. Förderlich für einen guten Schlaf sind beispielsweise:
    – Dunkelheit, Stille, ideale Raumtemperatur …
    – passende Kleidung, optimales Bett & Matratze …
    – Schlafrituale (Gebete, Tee-Trinken, etc.), Entspannungstechniken (z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Feldenkrais-Methode) …
    – ausreichende Bewegung (am Tag oder Abend) … > damit eine leichte Erschöpfung vorhanden ist
    – Klärung persönlicher und belastender Themen (ggf. durch eine Psychotherapie)
    – regelmäßige Schlafzeiten (nachts und nur im Bett)
    – gesunde Nahrungsmittel (ggf. auch Vitalpilze wie Hericium oder Reishi zur Unterstützung des Schlafes, Stärkung des Nervensystems und Aufbau des Immunsystems)
    – Verzicht auf schädlichen Lebenswandel (Stress, Alkohol, Zucker, etc.)
    – Verzicht auf Völlerei und üppiges Abendessen …

    Viel Spaß beim Meditieren und viel Ruhe und Entspannung beim Schlafen wünsche ich Dir.
    Über weitere Fragen bzw. Antworten freue ich mich sehr.

    LG, der BeHo.

    #2859

    Natalie Soso
    Participant

    Hallo Eckhard,

    ich finde es sehr toll, dass du dich für Meditation interessierst! Mein Vater ist in einem ähnlichen Alter wie du und klagt auch über Schlafprobleme und Unruhe, nur das er sich nicht mit Meditation und anderen Alternativen zu Schlaftabletten beschäftigen würde. Ich finde das wirklich toll und wünsche Dir, dass du schon bald die für dich passende Meditationsart gefunden hast.

    Schlafhygiene wird oft unterschätzt, obwohl man mit wenigen Mitteln einen großen Unterschied machen kann. Das mache ich an den meisten Abenden, und vielleicht hilft es dir auch:

    Besorg dir einen Einschlaf-Tee, sie heißen auch oft Gute-Nacht-Tee. Sie enthalten Kräuter, die beruhigend wirken. Ich mache mich bereit fürs Bett und bereite mir danach einen Tee zu. Ich nehme eine Tasse, die ich gerne mag. Nimm eher eine kleine Tasse (100ml?) damit du nicht zuviel trinkst und nachts vielleicht raus musst. Gieß den Tee in der Tasse auf und stell ihn auf einen Tisch an deinen Lieblingssitzplatz. Du lässt den jetzt ziehen, meist sind das 7-10 Minuten.

    In diesem Zeitraum, in dem dein Tee zieht, bereitest du dein Schlafzimmer vor: Öffne das Fenster im Schlafzimmer und ein weiteres in deiner Wohnung, sodass ein Luftzug entsteht. Frische Luft hilft beim Schlafen sehr. Nimm dein Kopfkissen und schüttelte es an allen vier Seiten, auch deine Decke. Es ist ein bisschen Bewegung für dich und dein Kissen ist danach schön fluffig. Mach schonmal deine Nachtischlampe an. Zehn Minuten Lüften reichen, wenn du es regelmäßig machst.

    Dann gehe ich zurück zu meiner Tasse und sitze an meinem Lieblingsplatz direkt vor ihr. Ich nehme die Tasse in die Hand (Vorsicht, kann heiß sein) und mache eine kleine Achtsamkeitsübung:
    Wie fühlt sich die Tasse in meiner Hand an?
    Temperatur? Oberfläche der Tasse? Ihr Gewicht?
    Wie riecht der Tee? Seine Farbe?
    Welche Gefühle nehme ich wahr, wenn ich diesen Tee rieche? Diese Tasse halte?
    Wie schmeckt der erste Schluck Tee? Wie fühlt es sich in meinem Mund an?
    Wie ist es mit dem zweiten Schluck?

    Lass Dir Zeit und nimm den Tee und Dich mit deinen Gefühlen und Gedanken wahr. Auf mich wirkt dieses Ritual immer sehr beruhigend. Obwohl es eigentlich nur 10, 15 Minuten sind, habe ich das Gefühl, dass ich lange Zeit Ruhe genossen habe. Ich vergesse die Zeit und Gedanken an meinen Alltag treten in den Hintergrund.

    Wenn der Tee getrunken ist, dann schmeck nach: Fühlst du ihn noch in deinem Mundraum? Schmeckst du ihn noch?

    Dann halte ich die Tasse unter heißes Wasser zum Abwaschen und bedanke mich bei ihr. Und dann gehe ich ins Bett 🙂

    Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
    Alles Gute, Natalie

    #3750

    Natalie Soso
    Participant

    Hallo Eckhard,

    lass doch mal hören, wie es in den letzten Wochen dir bei der Umsetzung erging? Waren die Tipps hilfreich?

    Liebe Grüße
    Natalie

    #3886

    Eckhard Schwader
    Participant

    Guten Abend Natalie,

    verzeihen Sie, sehr unhöflich von mir,ich habe vergessen zu antworten.Sich auf den Tee zu konzentrieren finde ich eine gute Idee.Ich habe aberbereits Probleme mich am Abend ruhig hinzusetzen,abends bin ich sehr nervös, immer noch viele Dinge machen.Beim Einschlafen denke ich immer noch an viele Dinge.
    Werde es aber wieder versuchen!!Es ist schwer,alte Gewohnheiten abzulegen.

    Herzlichen Dank
    Ihr E. Schwader

    #4372

    Chiara
    Participant

    Hallo Eckhard,

    ja, es ist schwer alte Gewohnheiten abzulegen. Allerdings: schon der Prozeß eine bestimmte Gewohnheit abzulegen kann – jedenfalls ist es so bei mir – eine Bereicherung und Erweiterung sein.

    Beim Ablegen finde ich es ganz wichtig sich nicht zu beschimpfen („Mensch, du hast das immer noch nicht geschafft“ etc.) und sich genügend Zeit und Raum zu geben.

    Ich mache mir dann ein Zeichen (einen Gegenstand auffällig irgendwo hinlegen oder stellen des Klingens auf dem Handy/ der Eieruhr/ des Weckers im Telefon), um mich wieder daran zu erinnern im Alltag und erlaube mir Zeit dafür zu haben. Eine Gewohnheit, die wir jahrelang oder jahrzehntelang hatten, läßt sich wohl kaum oder nur ausnahmsweise in kurzer Zeit ablegen.

    Ich finde den Austausch auch sehr wichtig. Und wenn man in seinem Umkreis niemanden dafür hat, sind Foren ein Gewinn.

    Ich würde mir auch überlegen, ob ich Freunde, Verwandte und Bekannte auf Meditation anspreche. Vielleicht einfach mit der Frage, ob sie Informationen zu dem Thema haben. Darüber hinaus würde ich googeln, um herauszufinden, ob bei mir in Wohnortnähe Meditation angeboten wird. Ich würde zum Beispiel „Meditation, Bienenbüttel und Umgebung“ eingeben.

    Vielleicht triffst Du ja auf Menschen für den telefonischen oder persönlichen Austausch? Darüber hinaus bist Du ja hier herzlich willkommen.

    Vielleicht berichtest Du einmal über Deine Erfahrungen? – Natürlich mußt Du selbst wissen, ob Du in der von mir vorgeschlagenen Art Erfahrungen sammeln willst. Es ist als Anregung gedacht.

    Liebe Grüße
    Chiara

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