#2269
nous
Participant

Lieber jogi1306,

vielleicht kann man beides unterscheiden: Ich kann gut nachvollziehen, dass bewusstes Atmen einem dabei hilft, zeitweise gerade negative Gedanken nicht so mächtig werden zu lassen. Negativität entsteht ja nicht durch einen einzelnen Gedanken, sondern durch einen Gedanken, der einen weiteren hervorruft, usw. Diese Gedanken rufen dann ihrerseits Gefühle hervor. Da hilft bewusstes Atmen (oder auch Hören), um aus diesem “außer sich sein” heraus wieder zentrierter zu werden. Wenn Du magst, beobachte einmal, was geschieht, wenn Du vor allem das Ausatmen ganz bewusst wahrhimmst.

Ich wollte in dem Beitrag oben den Nutzen dieser Praxis nicht infrage stellen, sondern nur darauf hinweisen, dass es fraglich ist, ob diese Methode dazu geeignet ist, dauerhaft mit der Affenbande klar zu kommen. Da habe ich Zweifel. Wenn man dauerhaft seinen Atem beobachtet (vorausgesetzt, das gelingt, was ebenfalls fraglich ist) wird er zu einer Art Ablenkung von dem, was alles (um einen herum) ist. Das ist mit dem Gebrauch eines Mantras vergleichbar. Man fokussiert den Geist auf einen Gegenstand, damit das Gedankenkarussel nicht Fahrt aufnimmt. Man füllt den Geist mit etwas. Aber man blendet eben alles andere aus. Ist das Meditation?
Wenn Gedanken sozusagen das Problem sind: Warum dann den Atem beobachten oder Geräusche und nicht die Gedanken?

Liebe Grüße
nous

  • This reply was modified 6 years, 3 months ago by nous.