Erfahrungsbericht MeditationVereinbarkeit von Familie und Beruf bringt so manche Frau an ihre Grenzen. Ich bin Mutter von drei Kindern. Außerdem berufstätig und immer etwas im Stress. Grundsätzlich kann man meinen Charaktertypus als hektisch und leicht chaotisch beschreiben und ein Familienleben plus Job harmonisch zu leben, erfordert innere Einkehr, eine Auszeit. Ich wollte einfach nicht mehr weiter an einem Burn-out hinarbeiten, unbewusst zwar, aber ein Zusammenbruch stand unausweichlich bevor. Ich habe eher durch Zufall das Meditieren für mich entdeckt.

Eigentlich wollte ich nur Sport machen, um mich körperlich richtig auszupowern, jedoch habe ich festgestellt, dass die dort angebotenen Stunden an Yoga und Meditation weit mehr für mein Wohlbefinden taten als Zumba Tänze in der Gruppe.

 

Meditation in der Gruppe: Anfangs habe ich mich dabei unwohl gefühlt

Überraschenderweise war es für mich die ersten Wochen schwierig, zu entspannen. Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen und nervöse Zuckungen kamen über mich, sobald die innere Ruhe einkehren sollte. Ich habe festgestellt, dass das Meditieren in der Gruppe genauso geübt und erlernt werden muss wie jede andere Sportart eben auch Entspannungsübungen. Wer sein Leben lang mehr oder weniger ständig unter Strom steht, kann und darf von seinem Körper nicht erwarten, dass er sofort entspannt, loslässt und zur absoluten Konzentration fähig ist.

Erst nach ein paar Wochen und konsequenter Meditation in der Gruppe, aber auch allein zu Hause, kam endlich die wohltuende Erlösung und ich fühlte täglich, wie sehr ich diese Ruhe und das Für-mich-sein brauchte, um aufzutanken und nicht nur für andere da zu sein, sondern auch mit einem „inneren Auge“ auf mich zu blicken und bewusst und konzentriert ausschließlich mit meinem Körper und Geist zu beschäftigen. Klingt egoistisch ist jedoch meines Erachtens nach überlebensnotwendig, sich für mindestens eine halbe Stunde am Tag eine Auszeit von anderen und deren Bedürfnisse zu nehmen und sich konsequent mit dem eigenem Körper, Empfindlichkeiten und Gefühlen auseinanderzusetzen.

 

Meine Tipps für eine erfolgreiche Meditation: Aufrechte, sitzende Haltung und richtige Atmung

Oft werden Menschen belächelt, die sich intensiv mit ihrer Atmung auseinandersetzen. Natürlich von Leuten, die sich selbst nicht mit Mediation beschäftigen und alles gerne als esoterischen Humbug abtun. Auch ich hatte meine Schwierigkeiten mit Zwerchfellatmung und dem Erlernen des bewussten, langsamen Ein- und Ausatmens. Wer jedoch einmal erlernt hat, wie es geht, wird es wie Rad fahren nie mehr verlernen und vor mancher anstrengenden und stressauslösenden Situation im wahrsten Sinne des Wortes mehrmals tief durchatmen.

Neben der Atmung und dem Meditieren mit geschlossenen Augen für mehr Konzentration, schätze ich die aufrechte und angespannte Körperhaltung. Jede einzelne Faser meines Körpers möchte ich bewusst wahrnehmen und spüren und beim Meditieren in aufrecht sitzender Haltung im Schneidersitz und geschlossenen Augen kann ich nun nach mehreren Wochen der Übung innerhalb von Sekunden auf meine ganz persönliche Reise gehen.

 

Jeder, der sich und seinen Körper liebt, sollte mithilfe von Meditation eine Auszeit nehmen

Ich kann nur jedem empfehlen, unabhängig vom biologischen Alter, sich Neuem gegenüber zu öffnen und zu versuchen, mit Meditation Ruhe, Gelassenheit und auch mehr Gesundheit in sein Leben zu bringen. Junge Menschen haben vielleicht aufgrund ihres Biorhythmus und der Leichtigkeit des Seins noch weniger das Bedürfnis, sich ganz auf Körper und Seele zu konzentrieren, jedoch mit fortschreitendem Alter, sich ständig veränderten Lebensumständen und mehr Freiheit als so mancher Handhaben kann, hilft das Meditieren in der Gruppe und alleine zu Hause ganz bei sich anzukommen. Dafür braucht es weder modische Kleidung, noch viel Geld, noch sonstige Ausflüchte, um sich nicht mal doch seinem inneren Schweinehund zu stellen.

 

Alexandra, 45 Jahre

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