Buddhistischer Templel im Himalaya.
Buddhistischer Templel im Himalaya.

Die heilige Welt Tibets ist vom Gesang buddhistischer Texte, der Rezitation der Mantras, dem Läuten von Glocken und Zimbeln, dem Blasen von Trompeten und Schlagen von Trommeln erfüllt. Dieses Klänge gehören zum buddhistischen Leben und Ritual.Seit jeher hinterlässt Tibet bei Reisenden einen nachhaltigen Eindruck.

Die Menschen in Tibet bewiesen stets Aufgeschlossenheit gegenüber Fremden und wirkten durch ihre zurückhaltende Lebensart, durch Fröhlichkeit und tiefe Zufriedenheit. Zahlreiche Reiseberichte von Missionaren, Abenteurern und Forschern bezeugen diese Charakteristik und sie reisten, einmal hierher gekommen, oft nur schweren Herzens wieder ab.

Die religiöse Pazifizierung, welche in dem Land mit dem Buddhismus einherging, hat in der Seele der Schneelandbewohner tiefe Spuren hinterlassen und ist offensichtlich.

Bis heute übt der Buddhismus im Westen eine starke Anziehungskraft aus, was sich auf das friedfertige Erscheinungsbild, der von ihm beeinflussten Kulturen zurückführen lässt oder im Bild des in sich ruhenden Buddhas einen adäquaten Ausdruck findet.

 

Ethnien, Brauchtum, Religion

Wenn du dich zur einer Reise nach Tibet entschlossen hast, um an der Religion, dem Brauchtum und dem kulturellen Leben unmittelbar teilzuhaben, solltest du dich zuvor mit einigen grundsätzliche Kriterien und Eigenschaften des Landes vertraut machen.
Du wirst dabei auch feststellen: Je vertrauter man mit dem Leben der Tibeter wird, desto spürbarer wird hinter dem Lachen auch die materielle Entbehrung und körperliche Beschwerlichkeit ihres Alltags. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beruhen auf einem mittelalterlichen, von klerikalen Interessen geprägten Staatssystem und einer fest gefügten Rangordnung.

Neben der sesshaften, in den klimatisch begünstigten Talschaften siedelnden Bevölkerung gibt es in Tibet immer noch die Nomaden, welche in der endlosen Weite des eisigen Jangthang ihr Vieh weiden und sich härtesten Naturgesetzen zu fügen haben.

Die Angaben über die eigentliche Bevölkerungsdichte des Landes schwanken, so auch die über die verschiedenen Ethnien des Landes. Gründe dafür sind zum einen, dass die tibetische Regierung zu keiner Zeit einen Zensus durchführte und zum anderen die erheblich divergierenden Zahlen in einer unterschiedlich definierten geografischen Fläche.

Heute lässt sich die Zahl der Tibeter, die den Großraum der tibetischen Hochebene besiedeln, auf etwa 5-6 Millionen schätzen. Die zuletzt, von chinesischer Seite veröffentlichte Bevölkerungsstatistik, spricht von 2 Millionen Tibetern.
Auch eine genaue ethnische Abstammung ist ungeklärt, sicher ist nur, dass verschiedene Ethnien auf dem tibetischen Hochplateau leben sowie eine Reihe von Minderheiten, wie muslimische Hui, Lhopa, Sherpa, Menpo und Drenpa und auch immer mehr Han-Chinesen.

 

Die Seele Tibets

Überwiegend ist Tibet buddhistisches Land, obwohl sich der Buddhismus erst im 7. Jahrhundert durchsetzte. Bis dahin herrschte eine nur noch ungenau fassbare Religion, die häufig als der ursprünglichste Glaube Tibets bezeichnet wird: Die Bön Religion, deren Priester, die Bönpos, die Gestirne des Himmels verehrten und versuchten durch Tier-, oder sogar Menschenopfer, das Schicksal zu beeinflussen und magische Praktiken betrieben zur Austreibung oder Befriedigung böser Geister. Selbst nach der Einführung des Buddhismus waren die Bönpos noch für die Bestattung der Könige verantwortlich. Im heutigen Westtibet befand sich das Zentrum der Bön-Religion: das einst stark mythologisierte Königreich Zhang- Zhung.

Die Bön-Religion unterlag nach Ankunft des Buddhismus einem starken Wandel. Es entwickelten sich systematisierte Lehrgebäude, adaptierte manichäische und persische Religionselemente und man näherte sich in seinen Auffassungen immer stärker den Anschauungen der buddhistischen Philosophie an.

Die gesamte philosophische, religiöse, soziale und künstlerische Struktur der buddhistischen Zivilisation Tibets baut auf vier Prinzipien auf, die den Lehren des Buddha oder Dharma entsprechen, den vier edlen Wahrheiten:

Mönch

  • Alles Dasein ist unablässigem Leid (Duhka) unterworfen.
  • Die Ursache (Samudaya) des Leidens ist der Durst (das Verlangen nach Sinnesgenüssen und nach Dasein).
  • Die Beseitigung des Durstes hebt das Leiden auf (Nirodha).
  • Zur Aufhebung des Leidens muss der Weg des Buddha (Marga) befolgt werden.
Diese verblüffende Einfachheit und Tiefgründigkeit mag erklären, warum sich die Tibeter, aber auch viele andere, mit den Lehren des Buddhas identifizieren.. Sie verdeutlichen, warum der Buddhismus nicht einfach eine philosophische Schule, sondern eine lebensnahe Lehre ist, die eine Revolution des menschlichen Daseins anstrebt, indem sie den Weg zur Erleuchtung (Nirvana) weist. Dabei handelt es sich um einen einzigartigen geistigen Zustand, der durch die Loslösung von der materiellen Welt gekennzeichnet ist.

Nur durch Hingabe und Eifer ist ein Zustand von Freiheit zu erreichen, wobei auch die Reinheit der Taten, Worte und Gedanken seine Berücksichtung finden. Das Nirvana kennzeichnet sich weder durch Sein oder Nichtsein, noch durch Fülle oder Leere. Es ist völlig frei von materiellen Eigenschaften. Diese Anforderungen werden durch die Klosterkultur erfüllt, die einen wesentlichen Bestandteil des Buddhismus bildet.

 

Die volkstümlich-religiöse Praxis

Die Formel der grundlegenden religiösen Praxis der Tibeter lautet:

  • Ich nehme meine Zuflucht zu Buddha!
  • Ich nehme meine Zuflucht zum Shanga!
  • Ich nehme meine Zuflucht zum Lama!
Dabei falten sie die Hände auf dem Scheitel, an der Stirn, vor der Kehle und vor dem Herzen, machen einen oft lang ausgestreckten Verneigungskniefall in Richtung auf ein religiöses Objekt und stellen sich den Buddha als die Verkörperung des Erleuchtungsprinzips, den Dharma als die heilwirksame Lehre, den Shanga als die Gemeinschaft der zum Heil strebenden Gläubigen und den Lama als die Vergegenwärtigung der Buddhaschaft vor.
Das Murmeln von Mantras und das Drehen der Gebetsmühlen, dienen der Aktivierung der in den mystischen Lauten und Formeln gegenwärtigen Kräfte.
„ Om mani padme hum“ heißt frei übersetzt: Oh du Juwel in der Lotusblüte“.

Die tiefe Verwurzelung des Menschen in einem Lebensraum, dessen extremen klimatischen Bedingungen er auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, sowie die Beschwernisse des Alltags in einem ökologischen und politischen Grenzbereich, haben die Bewohner Tibets stärker als in allen anderen Gegenden unseres Erdballs nach Möglichkeiten suchen lassen, wo sich Kräfte durch Magie und Rituale zu ihrem Vorteil ergeben. So wurde das „systematisierte“ Böntum und der Buddhismus zu den maßgeblichen Trägern der tibetischen Kultur.

 

Das Herzland von Tibet und sein Klosterleben

Beachte bitte unbedingt bei deiner Reise nach Nepal/Tibet die Reisebestimmungen und sei dir der derzeitigen politischen Situation bewusst. Unter dem vorherrschenden Dogma von China ist es für Tibet nicht schlimmer, aber auch nicht besser geworden. Das Nachbarland Nepal beherbergt 20.000 Tibeter im Exil, ist aber wirtschaftlich und politisch von China abhängig. Tibet gewährt sich im Gegensatz zu Nepal nach wie vor das Recht auf Autonomie unter der Maßregelung Chinas und wird von einer tibetischen Exilregierung und dem Dalai Lama repräsentiert.

 

Von Kathmandu nach Lhasa

Bis vor einigen Jahren war der Zugang für Fremde zu den meisten Klöstern von Tibet erschwert oder gar nicht möglich. Was insbesondere in Tibet auch der politischen Situation geschuldet ist. Mittlerweile sind der Bedarf und das Interesse der westlichen Welt aber derart gewachsen, dass sich die beeindruckende Klosterwelt Tibets geöffnet hat, und vereinzelt sogar Möglichkeiten der direkten Teilhabe am Klosterleben ermöglicht. Der Weg führt von der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu nach Lhasa in das tibetische Hochplateau. Hier finden sich einige Klöster, die einen Aufenthalt mit Meditationskursen für Gäste aus aller Welt vorsehen und entsprechende Unterkünfte zur Verfügung stellen. Wobei die Ausstattung immer einfach gehalten ist.

Bei einem normalen Besuch oder einer Besichtigung der Klöster werden fast überall recht hohe Eintrittsgebühren erhoben, die von den Klöstern an das Amt für Denkmalschutz abgeführt werden müssen: z.B. Potala derzeit: 100 Yüan, Jokhang: 75 Yüan, Sera, Drepung: je 55 Yüan, Gyantse Kumbum: 40 Yüan und die meisten Klöster: 25-30 Yüan. Auch für das Betreten der Umrundungswege sind diese Gebühren zum Teil fällig, da man auch von dort Zugang zu den Klöstern haben könnte.

Wenn du dem Kloster eine kleine Spende hinterlassen möchtest, kannst du einfach ein paar Yüan auf den Altar legen. (Unter Berücksichtigung der Verhaltensregeln, die am Schluss noch aufgeführt werden).

 

Das prächtige Innere des Kopan-Tempels.
Das prächtige Innere des Kopan-Tempels.

Wohnen und meditieren im Kloster Kopan

In Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, hat sich das tibetische Kloster Kopan ganz dem Buddhismus verschrieben und ist weltweit dafür bekannt, Meditationskurse für Menschen aus allen Landesteilen der Welt anzubieten. Das Kloster liegt wunderschön auf einem Bergrücken, etwa 5 Kilometer von Bodnath entfernt. Von hier aus erhält man einen zauberhaften Blick auf das im Tal gelegene Kathmandu. Ein Park mit einem bezaubernden Garten lädt zu entspannten Momenten ein. Den Mittelpunkt bildet eine Stupa, die, um es den tibetischen Mönchen gleichzutun, im Uhrzeigersinn umschritten wird.

In dem Kloster leben, studieren und philosophieren 380 Mönche und weitere 360 Nonnen sind in einem separaten Klostergebäude untergebracht. Im Jahre 1971 erwarben die Tibeter das Gebäude von einem Astrologen des ehemaligen Königs und wandelten es in ein Kloster um. Die buddhistische Schule Gelugpa besitzt die Eigentumsrechte und es handelt sich somit um ein Mahayana Kloster.

Es ist das einzige Kloster in der gesamten Umgebung Tibets, welches Einzel – oder Doppelzimmer anbietet mit eigener Dusche und WC, wobei Männer und Frauen in getrennten Bereichen untergebracht sind. In der Klosterküche erfolgt die Zubereitung vegetarischer Kost, die einfach, aber sehr gut ist. Die angebotenen Kurse (in der Regel erstreckt sich der Grundkurs über 10 Tage) sind eine Mischung aus Meditationslehre und Gruppendiskussion.

  • Der Tag beginnt um 6 Uhr morgens mit einem Morgentee.
  • 6.30 Uhr: Es findet die Morgenmeditation statt.
  • 7.30 Uhr: Man erhält ein Essen.
  • 9.00 Uhr: Lehre und Meditation
  • 11.30 Uhr: Zeit für das gemeinsame Mittagessen.
  • 14.00 Uhr: Eine Gruppendiskussion findet statt.
  • 15.30 Uhr: Buddhistische Lehre.
  • 17.00 Uhr: Gemeinsames Tee trinken.
  • 18.00 Uhr: Es erfolgt eine geführte Meditation.
  • 20.00 Uhr: stille Meditation mit anschließenden Fragen und Antworten.
  • Von 21.00 – bis in die Mittagsstunden des nächsten Tages wird geschwiegen.
An den letzten zwei Tagen des Kurses sollte überhaupt nicht geredet werden.

Die Meditationsmessen werden in tibetischer Sprache gehalten, was im Übrigen sehr schön klingt.

Der gesamte Aufenthalt ist von einer himmlischen Ruhe begleitet und man befindet sich auf der Suche nach höheren Werten. Das Streben nach beruflicher Anerkennung oder materiellen Dingen wird nebensächlich oder ist gänzlich verschwunden. Selbstverständlich darfst du kein Telefon benutzen und auch der Internetzugang ist tabu. In einer ungewohnten Stille kannst du ruhen, genießen und meditieren und sich eine faszinierende Auszeit gönnen, in welcher sich ganz neue Perspektiven eröffnen. Das ist das Ziel dieses Meditationskurses und erfordert sicher auch ein wenig Disziplin.

Je nach Anbieter, wie beispielsweise auf www.klostereisen.de, liegen die Kosten etwa bei 1600 Euro pro Person. Allerdings sind diese Reisen individuell planbar, sodass die Summen variieren.
Weitere Informationen erhält man auf der Homepage des Kloster Kopan oder man nutzt die E-mail-Adresse: kopan@mail.com.np.

Darüber hinaus informiert auch das Tibet Tourism Bureau (TTB), Norbu Lingka Rd., Telefon: 632 44 84, 633 36 35 und 632 45 84. Daneben gibt es 20 weitere kleine private Reisebüros und-organisationen, die sich z.B.  in den Hotels befinden.

Meditationszentrum Osho Ashram

Ein Kloster ist es vielleicht nicht, aber eine weitere Möglichkeit an einem wunderschönen Ort innezuhalten. Ein Aufenthalt im Meditationszentrum Osho Ashram, etwa eine Stunde von Kathmandu entfernt, ist einzigartig und schafft wunderbare Eindrücke. Zum einen sorgt bereits die traumhafte Lage des Meditationszentrums für eine wohltuende Ruhe. Zum anderen sind alle Zimmer hervorragend ausgestattet und besitzen ein leichtes Hotelflair. Auch hier finden sich weder Fernseher noch Radio auf den Zimmern. Die Küche ist bekannt für ihre köstliche vegetarische Kost.

Ziel der Osho Methode ist es, einen spirituellen Zugang für jedermann herzustellen, mit dem Gedanken die Meditation als Therapieform einzusetzen. Das Programm ist ein Schlaraffenland für alle spirituellen Gourmets. Von Yoga bis zu verschiedenen Meditationstechniken ist alles vertreten.

Über das gesamte Jahr werden große Meditationscamps angeboten, die überaus vielseitig sind. Allerdings solltest du dich vorher mit der Person Osho vertraut machen, ob sich dieses Konzept auch mit deiner Lebensphilosophie vereinbart.
Die Kosten liegen bei etwa 1700 Euro, welche jedoch variieren, denn die Angebote sind recht unterschiedlich.

Weitere Informationen erhälst du auf der Website von Osho Ashram.

 

Auf dem Weg in die heilige Stadt Lhasa

Du erhälst faszinierende Einblicke in eine grandiose Gebirgslandschaft und tauchst in die beachtliche Klosterwelt des Tibet ein. Dabei berücksichtigen wir die Regionen, wo ein Aufenthalt relativ unproblematisch möglich ist, wie in Lhasa, Shigatse, Gyantse und in der Kailash-Region.
Über die Friedensbrücke per Landweg gelangst du in das Hochplateau des Tibet oder du wählst den Flug von Nepal aus.
Nach der Ankunft sollten Sie sich eine Pause gönnen, um sich an die Höhenlage von 3.700 Meter zu gewöhnen.
Einige Unterkünfte befinden sich direkt in den Klöstern, andere stellen einfache Gästehäuser in unmittelbarer Nähe zur Verfügung, allerdings darf man keinen Komfort erwarten.

 

Tibetischer Mönch mit Gebetskette.
Tibetischer Mönch mit Gebetskette.

Kloster Samye in Lhasa

Samye ist das älteste Kloster Tibets und wurde im 8. Jahrhundert unter der Schirmherrschaft von Shantarakshita und Padmasambhava erbaut. Die Architektur des Klosters stellt ein gigantisches Diagramm des buddhistischen Kosmos her- ein Mandala. Die Außenwände bilden einen Kreis, und die Gebäude darin repräsentieren den buddhistischen Kosmos. Mit dieser Stätte religiöser Macht und Bedeutung wollten die beiden heiligen Männer ein Zeichen setzen, damit die Menschen dem Weg Buddhas zur Erleuchtung folgen und dadurch ihr Denken und Sein von Grund auf zu verändern.
Das Kloster bietet Übernachtungsmöglichkeiten und die Teilnahme an den regelmäßigen Zeremonien. Die Räumlichkeiten sind sehr einfach gehalten und bieten Platz für mehrere Personen, zum gemeinsamen Aufenthalt. Die Küche ist auch hier vegetarisch.

Egal welches Kloster du betrittst, du siehst dich in einer verwirrenden Vielfalt von Buddhas, Gottheiten und historischen Persönlichkeiten gegenüber, deren eindrucksvollem farbenprächtige Darstellungsform allein viel über die Vorstellungskraft des Tibetischen Buddhismus vermittelt. Begleitend ertönen im Orchester alle möglichen Arten von hell- oder dumpf klingenden Becken, Trommeln unterschiedlicher Größe, Oboen, Alpenhörner bis hin zu Zimbeln und Glocken. Während der Liturgie werden die Instrumente effektvoll eingesetzt und vermögen mit ihren extremen Tonlagen den Gläubigen ein hohes Maß an Ehrfurcht einzuflößen.

 

Weitere lebendige Orte des Glaubens im Herzen Tibets

 

Der Ganden-Tempel.
Der Ganden-Tempel.

Kloster Ganden in Lhasa

Das Kloster wurde 1416 von Tsongkhapa gegründet und bildet 62 Kilometer nordöstlich von Lhasa gelegen, das religiöse Zentrum der Gelbmützen-Schule. Übernachtungsmöglichkeiten findest du in einem einfachen Gästehaus mit bescheidenen Betten, unterhalb des Parkplatzes. Die Kosten der Unterkunft liegen zwischen 15-40 Yüan pro Tag. Das klösterliche Restaurant bietet einfache Nudelsuppe (Thugpa) für ein paar Yüan an.

Das Kloster Rongbuk ist das kleinste Kloster Tibets und befindet sich in einer spektakulären Lage am Fuße des Mont Everest auf einer Höhe von fast 5000 Metern. Hier meditierten die Mönche und Nonnen schon im 18. Jahrhundert. Das Kloster selbst wurde aber erst zwischen 1899 -1902 als Nyingma- Kloster errichtet. Es bietet bescheidende Übernachtungsplätze und Essen an. Weitere Aufenthaltsmöglichkeiten findest du auch in Shigatse.

Westlich von Shigatse befindet sich das Kloster Sakya mit charakteristischen mächtigen Wehrtürmen. Hier wurde 1073 von Könchog Gyalpo die Sakyapa Schule gegründet, eine der vier großen buddhistischen Lehreinrichtungen des Schneelandes. Eine mögliche Übernachtung bietet eine spartanische Truckstop-Unterkunft, das Sakya Tibetan Guesthouse, wobei die Betten gerade so zum Hinlegen reichen und ein eigener Schlafsack nötig ist. Es finden sich aber auch einfache Hotels mit sauberen, zweckmäßigen Zimmern, allerdings ohne Dusche. Dafür stehen Pumpen im Hof zur Verfügung.

Sehenswert ist auch das Kloster Tashilhumpo in Shigatse, der Sitz des Panchen Lama, welches in seiner Anlage dem buddhistischen Universum entspricht und mit seinen prachtvollen Hallen und stillen Winkeln eine kleine Stadt für sich bildet. Ein Aufenthalt ist in den nahgelegenden Gästehäusern möglich.

Tipps für einen gelungenen Meditationsaufenthalt

Es ist kein Problem seinen Aufenthalt in Tibet mit Tempelbesuchen zu gestalten, um sich für einige Zeit die buddhistische Alltagskultur näher zu bringen. Bitte beachte dennoch einige wichtige Details, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

 

Reise

Bei einer Reise nach Tibet solltest du keine Berührungsängste mit dünner Luft, extremen Klimabedingungen, einfachen Hotels und primitiven Reisebedingungen haben. Du solltest mental wie körperlich ausreichend vorbereitet sein. Denke bitte auch daran, dass eine Überlandfahrt von Kathmandu nach Lhasa teilweise mit erheblichen Schwierigkeiten in der Streckenführung verbunden ist.

Die Einreise von Nepal nach Tibet, per Flug oder über Land, ist sehr beliebt, aber sorge am Aiport dafür, ein Re-entry- Visum zu erhalten. Die wohl preiswerteste Einreisemöglichkeit stellt eine dreitägige Busverbindung von Kathmandu nach Lhasa dar, für etwa 550 Yüan.

 

Einfuhrbestimmungen

Verboten ist die Einfuhr anstößiger und politisch kritischer Schriften sowie besonders streng die Einführung von Dalai Lama – Bildern, ebenso die Einfuhr entsprechender Tonband oder Videokassetten. Unerwünscht sind auch Fotos des Karmapa sowie Bilder des Beijing.

 

Auskunft

Die Botschaften und Konsulate der Volksrepublik China erteilen Auskünfte zur Planung einer Tibetreise. Aber auch verschiedene Gesellschaften, die sich dem freundschaftlichen und kulturellen Austausches mit Tibet widmen, geben wertvolle Informationen.

  • Deutsch-Tibetische Kulturgesellschaft e. V. c/o Hanna Schneider Auf dem Uhlberg 7 in Bonn
  • Tibet Initiative Deutschland e. V. Greifswalder Str. 4 in Greifswald
  • Tibet Initiative München e. V. Nordendstr. 7 in München

 

Verhaltensregeln

Während des Besuchs religiöser Stätten ist das Tragen von Hüten, sind Rauchen, Trinken und Essen untersagt. Die Kleidung sollte dem Besuch angemessen sein. Die Berührung von Statuen oder anderen Verehrungsobjekten sowie die Benutzung der Mönchssitze, wird in Tibet als anstößig empfunden. Übe Rücksicht während ritueller Begehungen und beachte die Anweisungen des Aufsicht führenden Mönches. Mit kleinen Spenden vor der Hauptstatue kannst du das Kloster wie auch die Mönche unterstützen.
Nimm keine an heiligen Orten dargebrachten Tsha tsha-Täfelchen oder Mani Steine als Souvenir mit.
Zeige Respekt vor der Religiosität der Menschen und achte auf das Recht der persönlichen Integrität.

 

Wissenswertes zum Schluss

Der tibetische Buddhismus ist eine politheistische Religion mit zahlreichen Gottheiten und übernatürlichen Wesen. Doch im Hintergrund steht die entschiedene Überzeugung, dass die Götter Erscheinungen der Welt sind und daher wie alle Dinge – Veränderungen wie Tod und Wiedergeburt unterworfen sind. Im Gegensatz dazu ist die höchste Wahrheit unsterblich, unveränderlich, absolut und ewig. Diese letzte Wahrheit ist das Adibuddha oder Urbuddha. Sein Wesen ist „reines Bewusstsein“, dass in jedem Individuum steckt. Daher kann jeder Mensch in sich selbst den Weg zu Adibuddha, als zur endgültigen Wahrheit finden.

Ein Meditationsaufenthalt in Tibet ist ganz sicher eine wunderbare Erfahrung und lässt zudem tief in die Seele eines einzigartigen Landes blicken.

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