Auch bei Psychosen kommt Meditation zum Einsatz.
Auch bei Psychosen kommt Meditation zum Einsatz.

Betroffene, die an einer Psychose leiden, werden oft von Wahnvorstellungen und Halluzinationen geplagt. Auch streiten sie die eigene Krankheit meist ab, da sie diese anders wahrnehmen. Weiterhin treten diese Symptome auch in den akuten Phasen einer Schizophrenie auf. Somit sind bei beiden Erkrankungen die Symptome sehr ähnlich. Zudem kommen bei einer Schizophrenie noch sehr starke Angstgefühle hinzu. Die Realitätswahrnehmung schwindet und Wahn und Wirklichkeit lassen sich nicht mehr differenziert wahrnehmen. Bei mehreren Psychosen in Folge muss eine Schizophrenie als Erkrankung in Betracht gezogen werden.

Die Auslöser der Schizophrenie können erblich bedingt sein. Weiterhin können noch organische Erkrankungen, wie Tumore oder Demenz, starke und lang andauernde Stressphasen und Drogenkonsum Auslöser der Krankheit sein. Bei Schizophrenie und Psychosen leiden die Betroffenen oft unter starken Schlafproblemen. Typisch sind zudem mangelnde Energie, Lustlosigkeit, Konzentrationsstörungen, massive Angstvorstellungen, innere Unruhe und keinerlei Selbstvertrauen. Dies führt oft dazu, sich von der übrigen Gesellschaft abzugrenzen. All diese Symptome werden dann noch durch den Wahn, verfolgt zu werden, gesteigert. Meditation kann helfen. Trotzdem sollte die ärztliche Behandlung stets im Vordergrund stehen.

 

Wie wirkt Meditation bei Psychosen und Schizophrenie?

Bei Krankheiten wie Psychosen und Schizophrenie kannst du mit Meditation zusätzlich zur ärztlichen Therapie gute Ergebnisse erzielen. Wichtig ist jedoch zuerst etwas Übung. Sobald diese vorhanden ist und die Meditation gut gelingt, schaffst du es recht einfach, diese Gehirnregionen, die von den psychischen Erkrankungen und den Angstzuständen betroffen sind, auszuschalten. Dies zeigte eine Studie der Yale University in den USA. Wer regelmäßig meditiert ist somit eher in der Lage sich auf den jetzigen Moment zu konzentrieren. Umherschweifende Gedanken, die oft auch die Auslöser der Ängste sind und sehr häufig bei Schizophrenie entstehen, werden dabei unterdrückt. Der Meditierende findet mehr Ruhe.

So können erste Ergebnisse bereits nach vier bis fünf Wochen erreicht werden. Dazu benötigst du nicht viel Zeit. Schon täglich 10 bis 15 Minuten meditieren reichen aus. Wichtig ist jedoch, dass du zuerst lernst richtig zu meditieren. Denn nur wenn du wirklich entspannt bist zeigen sich Wirkungen. Generell können aber auch Anfänger mehr Ruhe erlernen und die inneren Ängste besiegen. Meditation steigert auch das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, welches bei Erkrankungen wie Schizophrenie und Psychosen oft verloren gegangen ist.

 

Meditationstechniken bei Psychosen und Schizophrenie

Empfehlenswert sind bei Schizophrenie und Psychosen die Zen-Meditation und die passive Meditation.

 

Auch das Rechen eines Steingartens kann Zen sein.
Auch das Rechen eines Steingartens kann Zen sein.

Zen-Meditation

Die Zen-Meditation wird mit einem aufrechten Oberkörper im Sitzen durchgeführt. Die Schwerpunkte liegen bei dieser Technik auf der Atmung und der Körperhaltung. Letztere sollte entspannt sein und trotzdem bleibt der Oberkörper gerade. Die Hände befinden sich in der Schalenposition. Dies bedeutet, dass die linke Hand schalenartig in der rechten liegt und sich die Daumen ganz leicht berühren. Bei der Zen-Meditation gibt es keine besonderen Atemtechniken. Es sollte nur ganz entspannt durch die Nase geatmet werden.

Der ideale Zeitpunkt dafür ist morgens vor dem Frühstück. Täglich reichen hier schon wenige Minuten. Wie lange genau meditiert wird, kannst du selbst entscheiden. Die Länge der Meditation ist natürlich auch davon abhängig, wie lange du benötigst, in die Meditation zu kommen. Da diese Technik relativ einfach ist, ist sie für Anfänger gut geeignet und empfiehlt sich auch bei Erkrankungen wie Schizophrenie und Psychosen.

 

Die stille Meditation setzt keine bestimmte Körperhaltung voraus.
Die stille Meditation setzt keine bestimmte Körperhaltung voraus.

Passive Meditation

Sehr gut geeignet ist bei dieser Erkrankungen auch die passive Meditation. Sie sollte im Liegen oder stillen Sitzen durchgeführt werden. Stress und Ängste lassen sich mit dieser Technik sehr gut lindern. Zur absoluten Entspannung ist es empfehlenswert die Augen zu schließen. Solltest du damit Probleme haben kannst du auch mit Hilfe von Bildern, Texten oder Symbolen meditieren. Dabei solltest du dich ganz auf das Bild vor dir konzentrieren. Dies ist besonders dann hilfreich, wenn du merkst, dass du dich nicht gut konzentrieren kannst.

Weiterhin solltest du alle störenden Einflüsse ausschalten und für eine weiche Sitzunterlage sorgen. Bei der passiven Meditation kann es besonders bei Anfängern etwas länger dauern bis der absolute Entspannungszustand erreicht ist. Deshalb solltest du hier ruhig 30 Minuten Zeit einplanen. Wöchentlich sind rund zwei Einheiten ausreichend. Nach zwei bis drei Monaten wirst du bei der regelmäßigen Meditation erste Besserungen bemerken.

 

Weitere Alternativen

Neben der Meditation sind auch die progressive Muskelrelaxation und das autogene Training sehr zu empfehlen. Sie wirken bei Schizophrenie und Psychosen als Begleittherapie sehr gut. Wenn du an Schizophrenie oder einer Psychose leidest, kann aber auch Sport unterstützend wirken. Vorteilhaft ist zum Beispiel Radfahren. Schon 30 Minuten pro Woche reichen laut aktueller Studien aus, um eine positive Veränderung zu bemerken.

 

Progressive Muskelrelaxation

Innere Unruhe, Angst und psychische Erkrankungen führen meist auch zu einer starken Verspannung der Muskulatur. Hier erweist sich die progressive Muskelrelaxation als sehr hilfreich. Bei diesem Entspannungstraining werden Entspannungsreaktionen durch eine Anspannung und gleich darauf folgender Entspannung verschiedener Muskelpartien genutzt. Dabei werden dann nicht nur die Muskeln entspannt, sondern auch die Selbstwahrnehmung wird gefördert. Stress wird auf diese Weise verringert und spannungsbedingte Erkrankungen werden gebessert.

Die progressive Muskelrelaxation sollte mindestens einmal pro Woche für gut 30 Minuten durchgeführt werden. Dann lassen sich erste Ergebnisse nach ungefähr zwei bis vier Monaten erkennen. Dies variiert auch, je nachdem, wie verspannst du zu Beginn der Therapie sind.

 

Autogenes Training

Beim autogenen Training werden die Entspannungsreaktionen hauptsächlich durch Autosuggestion erzeugt. Zwar kann man diese Entspannungstechnik auch zu Hause mit Hilfe einer CD trainieren, es empfiehlt sich jedoch eine autogene Gruppe zu besuchen. Zumindest für Anfänger ist diese Form besser geeignet. In einer Gruppe wird oftmals besser auf den Einzelnen eingegangen und der Trainer gibt die Dauer der einzelnen Elemente dann individuell vor. Fortgeschrittene oder alle, die zusätzlich noch etwas entspannen möchten, können natürlich auch selbst zu Hause üben.

Autogenes Training sollte rund zweimal pro Woche für 30 bis 45 Minuten stattfinden. Jedes Element sollte dabei rund vier bis fünf Minuten dauern. Ergebnisse werden nach rund zwei Monaten sichtbar. Aber auch hier spielt der vorangegangene Verspannungsgrad des Patienten eine wichtige Rolle und kann die Zeit, bis erste Verbesserungen sichtbar werden, etwas verlängern.

 

 

Resümee

Meditation kann bei Erkrankungen wie Schizophrenie und Psychosen eine sehr positive Wirkung haben. Als alleinige Therapieform reicht sie jedoch keinesfalls aus. Im Vordergrund sollte immer die ärztliche Behandlung stehen. Meditation kann dann, auch in Absprache mit dem Arzt, als Begleittherapie genutzt werden. Sie hilft dir dabei, deine innere Ruhe wieder zu finden. Außerdem wird das Selbstbewusstsein damit gesteigert und du kannst Ängste und Stresssituationen besser überwinden. Bei einer regelmäßigen Meditation wirst du schnell Besserungen feststellen.

Je nach gewählter Methode reichen schon einige Minuten täglich oder gar wöchentlich aus. Diese Zeit solltest du einplanen. Alle Übungen lassen sich weiterhin gut in den Alltag integrieren und du wirst schon bald eine positive Veränderung wahrnehmen.

Hinterlasse einen Kommentar